Prinzessin des Vereins und zertifizierter Begleithund
   
(c) by Wolfgang Goltz  
   
   
15.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

un grande Katastrophe! Als Papa Micha gestern Abend von der Arbeit nach Hause kam und die Bescherung sah, erlitt er prompt einen Nervenzusammenbruch!

   
   
Vor Wochen hatte Papa Micha bereits einen Laser-Strahler gekauft, der im Dunkeln weihnachtliche Motive auf die Front unserer Villa Lisa wirft und weil es nur 5 von diesen Geräten auf der Welt gibt, war das Ganze natürlich sündhaft teuer!
   
   
Das sieht wirklich hinreißend aus und seitdem wir diese zusätzliche Beleuchtung angebracht haben, treten sich die Touristen aus nah und fern förmlich gegenseitig auf die Füße.
   
   
Doch gestern dann das Malheur: Onkel Marco holte uns wie üblich zum Spaziergang ab und Peggy machte vor lauter Aufregung wieder mehrere Rollen Rückwärts und einen doppelten Salto und kam dabei gegen das Kabel vom Strahler!
   
   
Das Kabel riss ab und damit hatte es sich mit der kostbaren Beleuchtung erledigt! Zum Glück konnte ich den Bus mit den japanischen Besuchern gerade noch rechtzeitig nach Neuschwanstein weiterleiten!
   
   
Selbst Onkel Marco war der Schreck derart in die Glieder gefahren, dass er sich gleich nach dem Spaziergang erstmal stärken musste. Papi hat davon natürlich nichts angerührt. Du kennst ja seine Einstellung zu solch ungesundem Essen!
   
   
Noch gestern Abend habe ich einen alten Freund bei der Nasa angerufen und der will mir heute einen Techniker vorbei schicken und Peggy hat bis Heilig Abend Stubenarrest! Strafe muss sein!

Deine Lisa

   
   
14.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

na, das war ja ein schöner Schreck gestern! Ich wollte gerade damit beginnen, die ersten Weihnachtskarten auszuschreiben, als mir auffiel, dass Papa Micha auf dem Foto noch gar keinen Fiffi trägt. Den erkennt ja kein Mensch!

   
   
Jetzt muss ich auch noch neue Karten drucken lassen! Gestern hätte mich Papa Micha fast noch in den Wahnsinn getrieben! Er hat 4 Stunden lang das Lied „An Angel“ von der Kelly Family gehört und da heißt es im Refrain "ich wünschte, ich wäre ein Engel" ! Ich war drauf und dran, ihm den Gefallen zu tun!
   
   
Am 1. Weihnachtstag wollen wir übrigens einen Kaninchenbraten essen und damit zum Fest auch nichts schief geht, wollten wir das Rezept diese Tage schon mal ausprobieren. Irgendwas haben wir aber wohl falsch gemacht!
   
   
Mein Geschenk für Ex-Schwiegermutti Carola habe ich gestern auch schon im Internet gebucht: 1 Woche Urlaub in der Karibik inkl. Tauch-Lehrgang! Sie wird begeistert sein!
   
   
Papi ist total begeistert! Seitdem AMAZON gestern noch eine Personenwaage geliefert hat, ist er vollends davon überzeugt, dass eine Diät vor Weihnachten völlig unnötig ist. Den Tipp mit der zweiten Waage hat er übrigens von Onkel Gerd!
   
   
Gestern konnte ich Papi endlich davon überzeugen, dass eine lose Schleppleine ab sofort bei unserem Spaziergang völlig ausreicht. Ich war begeistert und hätte ich auf dem Rückweg nicht noch einen kurzen Abstecher in meinen geliebten Tümpel gemacht, wäre Papi sicher auch begeistert gewesen!
   
   
Gleich werden Papi und ich zu unserem Morgenspaziergang aufbrechen und dabei werde ich mich besonders gut benehmen, sonst kann ich das mit der Schleppleine erstmal vergessen. Papi ist manchmal ziemlich nachtragend!

Deine Lisa

   
   
13.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

vor dem Trainertreffen am Montag hatte Papa Micha noch einen Termin bei seinem Zahnarzt und er war wirklich begeistert, wie einfallsreich manche Dentisten bei ihrer Weihnachtsdekoration sein können.

   
   
Natürlich war unsere 1. Vorsitzende bei dem Treffen auch dabei und Papa Micha und Papi bekamen gestern noch feuchte Augen, als sie von der tollen Rede berichteten, die Tante Beate aus gegebenem Anlass gehalten hat.
   
   
Tante Beate hatte nicht nur extra ein schickes weihnachtliches Jackett angezogen, sie lobte auch in ihrer Ansprache den selbstlosen Einsatz unserer Trainer/innen bei Wind und Wetter, Sturm und Schnee, Blitz und Donner und im Bezug auf das Jahr 2018 meinte sie ganz zuversichtlich: „Wir schaffen das!“.
   
   
Außerdem hob Tante Beate noch einmal die Vorzüge des Hundesports hervor und betonte, dass es bekanntlich erheblich gefährlichere Sportarten gibt! Da spricht sie mir aus der Seele!
   
   
Aber jetzt muss ich mich wieder meinen karitativen Aufgaben widmen. Als Prinzessin hat man ja reichlich davon. Diese Tage erreichte mich zum Beispiel der Hilferuf eines Fans, dessen Nerven wegen eines bestimmten Weihnachtsliedes gerade blank liegen!
   
   
Ich schwöre dir, Weihnachten lege ich die Füße hoch und lasse mich hier von meiner Bande verwöhnen! Das ganze Jahr war wirklich anstrengend genug!

Deine Lisa

   
   
12.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

gestern war turnusmäßige Trainerbesprechung der Samstagstrainer und weil das Ganze wegen Weihnachten mit Partnern stattfand, durften Tante Sylvia, Onkel Gerd und Papa Micha auch dabei sein.

   
   
Ich hatte unsere 1. Vorsitzende zwar nachmittags noch telefonisch vorgewarnt, aber leider ist es Tante Beate dann doch nicht gelungen, Papi von seinem 2 ½-stündigen Vortrag über antiautoritäre Hundeerziehung abzuhalten.
   
   
Onkel Martin (unser Obmann) war leicht verwirrt, weil er dieses Thema gar nicht auf der Tagesordnung hatte. Tante Gaby (die mit Y ) schickte Stoßgebete gen Himmel, dass Papi bald fertig sein möge …
   
   
… aber erst, als Onkel Gerd anfing laut und herzzerreißend zu gähnen, kam Papi endlich zum Ende seiner ausführlichen Erläuterungen.
   
   
Papi war so konzentriert bei seinem Thema gewesen, dass er nicht einmal mitbekommen hatte, dass Papa Micha ihm in der Zwischenzeit seine ganzen Pommes weggefuttert hatte!
   
   
Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl! Bei den tollen Trainern, die wir samstags zur Verfügung stellen, sind unsere Hunde wirklich in den allerbesten Händen!

Deine Lisa

   
   
11.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

Arco war hellauf begeistert, denn er dachte, dass Tante Sabine und Onkel Jörg, die gestern bei uns zum traditionellen Schmalzkuchenessen waren, ihm ein besonders großes Leckerli mitgebracht hätten. Dabei war das doch nur die kleine Franny.

   
   
Aber Tante Sabine bringt ja immer was mit und für Papi hatte sie ein paar gesunde Globolis mitgebracht. Die sollen gegen alles helfen, von abstehenden Ohren bis Plattfüße!
   
   
Franny und Kai-Uwe, die sich bisher noch nicht kannten, hatten sofort ein gemeinsames Gesprächsthema: die modernen Methoden bei der Hundeerziehung und im Hundesport.
   
   
Onkel Mario war leider etwas schlecht gelaunt, denn Tante Jutta hatte seit Tagen nichts mehr gegessen und wollte deshalb ihrem Gatten nichts von Papa Michas köstlichem Schmalzgebäck abgeben.
   
   
Ich habe es vermutlich schon einmal erwähnt: an meine Füße lasse ich nur Wasser und Onkel Mario und deshalb war ich froh, dass er seine Schere mitgebracht hatte.
   
   
Danach sollte Arco eigentlich auch noch an die Reihe kommen. Weil der sich aber wieder mal seit Ostern nicht die Füße gewaschen hatte, hat Onkel Mario verständlicherweise auf eine weitere Behandlung verzichtet.
   
   
Trotzdem hatten wir wieder einen richtig schönen Nachmittag mit lieben Freunden und im nächsten Jahr sind dann auch hoffentlich wieder Tante Gabi (die mit i) und Onkel Gerd dabei. Aber natürlich hatten wir Verständnis, dass er mit seinem ollen Daimler mit Heckantrieb bei dem Wetter gestern nicht fahren mochte! Sicherheit geht nun mal vor!

Deine Lisa

   
   
10.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

gestern hatten wir wieder „Damenbesuch“. Meine kleine Freundin Saskia hat bei uns geschlafen. Beim gemeinsamen Essen mochte allerdings sogar unser Kai-Uwe beim besten Willen nicht hinsehen!

   
   
Nun sag selbst, ist das eine vornehme Art und Weise, Spaghetti zu essen? Da mag man ja wirklich nicht hinsehen!
   
   
Ich war heilfroh, dass Papa Micha da war, um dem armen Kind endlich ein paar vernünftige Tischmanieren beizubringen! Papa Micha ist da ein echter Experte!
   
   
Aber nun muss ich mich beeilen, denn am Nachmittag findet wieder das traditionelle „Schmalzkuchenessen“ mit hochrangigen Vertretern unseres Vereins bei uns statt. Ich berichte morgen in aller Ruhe.

Deine Lisa

   
   
09.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

morgens war noch nix los, aber unsere Nachbarin Tante Gisela, die wir bei unserem morgendlichen Spaziergang trafen, wusste bereits, dass bald Schnee kommen würde. Vermutlich hatte sie das in ihrer Glaskugel gesehen!

   
   
Gegen Mittag begann es dann tatsächlich zu schneien, zuerst noch zaghaft, aber dann immer heftiger. Unser Pepe war alles andere, als begeistert, als er das sah.
   
   
Kai-Uwe ist clever! Er ließ sich nach einem kurzen Ausflug im Schnee erstmal ein heißes Fußbad ein. Dabei ist das praktisch sein erster Winter, denn im letzten Jahr durfte er noch nicht nach draußen.
   
   
Wenn es allerdings zwei gibt, die dem Winter trotzen, dann sind es Papi und ich! Papi hat seine Winterschuhe wiedergefunden und so konnten wir beide uns bei unserem Spaziergang am Nachmittag ungehindert durch die Schneemassen kämpfen!
   
   
Peggy dagegen war gestern gar nicht gut drauf und trottete hinter uns her. Sie ist immer noch heimlich in Justus verknallt und weiß nach wie vor nicht, wie sie es ihrem Angebeteten sagen soll.
   
   
Ich habe ihr vorgeschlagen, Justus einen Brief zu schreiben und Peggy hat sich dann auch sofort nach unserem Spaziergang ans Werk gemacht. So hatte ich mir das allerdings nicht vorgestellt!
   
   
Heute ist nun die Adventsfeier von unserem Hundeverein und damit mein kahles Bein nicht so auffällt, habe ich mir den Ersatz-Fiffi von Papa Micha ein wenig zurecht geschnitten. Ich hoffe nur, er merkt das erst nach der Feier, sonst ist wohlmöglich seine ganze Stimmung im Eimer! Das wäre wirklich schade!

Deine Lisa

   
   
08.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

Papa Micha turnt augenblicklich wirklich von einer Weihnachtsfeier zur nächsten. Gestern war er mit der Agi-Truppe vom Hundeverein essen. Das Training schwänzt er zwar immer gerne, aber dabei durfte er natürlich nicht fehlen!

   
   
So richtig Appetit scheint er aber nicht gehabt zu haben. Im Gegenteil, Tante Sabine und Onkel Jens machten sich Sorgen, als sie Papa Micha sahen. Er war nämlich ganz grün im Gesicht.
   
   
Das hat mit Sicherheit daran gelegen, dass er von meiner Ex-Schwiegermutter Carola abgeholt wurde (die ist auch bei der Agi-Gruppe) und die wird wegen ihres Fahrstils allgemein nur „Kamikaze-Caro“ genannt!
   
   
Man könnte zwar meinen, Tante Nicole ging es auch nicht so gut gestern, aber keine Sorge! Wer sie kennt, der weiß, die guckt immer so!
   
   
Weil man nie weiß, wie spät es bei solchen Anlässen wird, habe ich mir vorsichtshalber Papa Michas Dienstplan für heute zeigen lassen. Aber heute ist zum Glück nix Besonderes, ein Tag, wie alle anderen auch!
   
   
Beim letzten Mal, als Papa Micha erst mitten in der Nacht nach Hause gekommen war, da sollte er am nächsten Tag neue Schilder im Krankenhaus aufhängen. Davon sprechen die Kollegen/innen heute noch!
   
   
Und heute Abend ist Papa Micha schon wieder unterwegs und haut sich irgendwo die Plauze voll, während wir hier am Hungertuch nagen. Zum Glück muss er am Wochenende nicht arbeiten. Ich werde berichten!

Deine Lisa

   
   
07.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

gestern war Nikolaustag und eigentlich finde ich das etwas zu früh, aber Onkel Marco verkündete uns stolz, dass er morgens bereits seinen Weihnachtsbraten besorgt hatte.

   
   
Dass er sich den Rehrücken in Wacholderrahmsoße allerdings tatsächlich morgens auf dem Weg zur Arbeit selbst erlegt hat, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
   
   
Kai-Uwe war begeistert, als er das hörte und schlug vor, dass er sich seine Mäuse-Lende in Aspik ebenfalls selber erjagen wird. Na prima, die Sorge bin ich schon mal los.
   
   
Abends schaute dann auch Tante Iris von gegenüber kurz rein, um sich ihre Pedrigree-Kaustangen abzuholen. Eigentlich hatte ich ihr ja belgische Trüffel zum Nikolaustag besorgt, die habe ich aber dann doch lieber selber gegessen.
   
   
Wer dieser Nikolaus, dessen Tag man am 6. Dezember so groß feiert, eigentlich in Wirklichkeit war, dass weiß wohl niemand so ganz genau. Meine umfangreichen Recherchen haben allerdings eindeutig ergeben, er muss ein Klingone gewesen sein!
   
   
Papa Micha wird übrigens wohl nichts mehr zu Weihnachten bekommen. Er ist ja neulich bei dem Black-Friday-Kaufrausch auf dieses angebliche Schnäppchen reingefallen und kann sich nun damit am Heiligen Abend vergnügen!
   
   
Ich will dir was sagen: ich bin schon wieder so weit und mache 10 Kreuze, wenn dieses dämliche Weihnachten endlich vorbei ist und die Leute langsam wieder normal werden!

Deine genervte Lisa

   
   
06.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

viele Zweibeiner machen sich reichlich Stress vor Weihnachten und einer davon ist Papa Micha. Gestern zum Beispiel gab er nach der Arbeit nur ein kurzes Gastspiel hier zuhause.

   
   
Hätte ich nicht mit Nachdruck darauf bestanden, dass er noch schnell die Lichterkette in der großen Eiche vor unserem Haus anbringt, dann wäre das vor dem Fest garantiert nichts mehr geworden.
   
   
Danach musste er sich sofort fertig machen (2 ½ Stunden lang), um nicht zu spät zur Weihnachtsfeier vom Krankenhaus mit großem Grünkohlessen und allem drum und dran zu kommen.
   
   
Zum Glück hatte nachmittags unser Hundesitter Onkel Marco gemeinsam mit Papi einen schönen Spaziergang mit uns Hunden gemacht und dabei hatte Onkel Marco dann auch gleich noch eine Überraschung parat. Peggy traute ihren Augen kaum.
   
   
Vom Weihnachtsgeld hat sich Onkel Marco nämlich ein Tattoo machen lassen und weil er gerade keine Freundin hat, deren Namen er hätte verewigen lassen können, hat er sich für ein Motiv entschieden, das mit seinem Hobby zu tun hat.
   
   
Ich hatte abends aber auch noch gut zu tun, denn ich hatte mir eine Lieferung Fleischknochen kommen lassen. Die wollte ich in Ruhe testen, denn Arco und Peggy sollen natürlich nur beste Qualität zum Fest bekommen! Kai-Uwe hat mir geholfen.
   
   
Zum Glück musste ich mich dafür nicht stundenlang stylen, wie Papa Micha und das hat sogar so viel Spaß gemacht, dass ich für heute gleich noch eine Wagenladung Knochen zum Testen bestellt habe. Was tut man nicht alles für die Familie!

Deine Lisa

   
   
05.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

wie bereits erwähnt, Papi ging es Sonntag nach dem üppigen Brunch im alten Krug gar nicht gut. Für den Rest des Tages war er jedenfalls nicht mehr vom Sofa runter zu kriegen.

   
   
Papi meint, er hat gar nicht so viel gegessen. Irgendwas muss mit den 2 Kilo Eiscreme nicht in Ordnung gewesen sein, die er zum Nachtisch verdrückt hat. Zuhause musste er dann erstmal ein paar Globoli einwerfen.
   
   
Kai-Uwe war ein wenig irritiert, denn so still vor sich hin leidend hatte er Papi bisher noch nicht erlebt und dabei ist er ja nun schon weit über ein Jahr bei uns.
   
   
Arco wollte sich totlachen, denn dass man tatsächlich zu viel essen kann, davon hatte er noch nie gehört und der Gedanke liegt auch vollkommen jenseits seiner Vorstellungskraft.
   
   
Dafür ist Papi während seiner Zwangs-Ruhepause auf dem Sofa (bei der ich ihm natürlich Gesellschaft geleistet habe) endlich eingefallen, was er sich zu Weihnachten wünscht und er machte es sehr geheimnisvoll: er wünscht sich einen Behälter, der niemals leer wird.
   
   
Papi dachte wohl, ich werde jetzt tagelang herumrätseln, was er haben möchte, aber das war nun wirklich nicht schwer zu erraten und ich habe ihm auch gestern gleich sein Geschenk besorgt.
   
   
Und wenn Arco sich jetzt nicht bald mal äußert, dann bekommt er seinen obligatorischen Riesenknochen und damit basta und ich will dann auch kein Gejammer hören! Langsam bin ich mit meiner Geduld am Ende!

Deine Lisa

   
   
04.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

das war eine Überraschung gestern, denn es hatte über Nacht geschneit und weil Papi erst seine Winterschuhe raussuchen musste, hat Papa Micha den Morgenspaziergang mit uns gemacht.

   
   
Anschließend ging es für unsere Papis zum traditionellen Brunch mit Tante Janina und meiner Ex-Schwiegermutter Carola. Die Damen hatten sich auch wieder besonders hübsch gemacht. Tante Janina kam in einem chicen 60er-Jahre-Umstandskleid in Türkis.
   
   
Aber auch Ex-Schwiegermutti hatte sich viel Mühe gemacht und sich zur Feier des Tages extra in ihr (etwas zu kleines) Schwarzes gezwängt. Sie sah einfach entzückend aus!
   
   
Das Essen war wohl wieder ausgezeichnet und als der Koch sah, dass Papi auch da ist, brachte er laufend Nachschub, sodass sogar Papi endlich mal wieder richtig satt wurde.
   
   
Papa Micha kam auch wieder voll auf seine Kosten, indem er Carola immer wieder heimlich Chilipulver über ihr Essen streute. So ein Brunch soll eben auch Spaß machen!
   
   
Papi und Tante Janina (nicht zu verwechseln mit Tante Janine, meiner Physiotherapeutin, das ist die junge Hübsche) hatten auch wieder viel Spaß und haben sich natürlich wieder stundenlang über Hunde unterhalten.
   
   
Auch, wenn Papi dann am Nachmittag etwas unpässlich war und mit geöffneter Hose auf dem Sofa lag, eines steht trotzdem schon fest: auch im nächsten Jahr geht es wieder zum gemeinsamen Brunch in den alten Krug!

Deine Lisa

   
   
03.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

gestern ging es weiter mit dem Wunschzettel-Chaos. Beim Einkaufen hatte ich nämlich in der Stadt ein paar tolle Schuhe entdeckt, die genau zu Papa Micha passen würden. Sauteuer, aber ich habe sie lieber gleich mitgenommen, bevor sie nachher weg sind. Die Zweibeiner sind vor Weihnachten wie die Hyänen!

   
   
Da erzählt Papa Micha mir, als er von der Arbeit kommt, er wünscht sich Geld, denn er hat im Internet eine tolle Tarnbrille entdeckt, die er unbedingt für seine Arbeit braucht!
   
   
Als ich dann aber auch noch auf dem Kassenzettel lesen musste, dass die sündhaft teuren Schuhe von Umtausch und Rückgabe ausgeschlossen sind, da wurde mir plötzlich schwarz vor Augen. Zum Glück war Tante Janine gerade da.
   
   
Mit ihrer Hilfe und der Hilfe ihres Fläschchens Riechsalz erwachte ich dann schnell wieder aus meiner Ohnmacht. Die tollsten Frauen sind eben immer noch die, die wirklich das Nötigste in ihrer Handtasche haben!
   
   
Ich hatte Tante Janine zu uns eingeladen, damit sie sich unsere weihnachtliche Villa Lisa einmal ansehen kann. Die kannte sie nämlich noch gar nicht und jetzt bin ich froh, dass ich ihr sogar den Eintritt erlassen habe!
   
   
Sorgen macht mir im Moment unser Arco! Er hat bisher noch gar keinen Weihnachtswunsch geäußert. Vor 4 Jahren war das schon einmal so und dann kam er einen Tag vor Heilig Abend und wünschte sich am 1. Feiertag eine große Verlobungsfeier mit der Nachbarshündin!
   
   
Ich dachte eigentlich, aus dem Alter ist Arco inzwischen raus, aber man kann natürlich nie wissen! Man sagt ja auch „je oller, je doller“ und da ist was dran! Da muss ich mir ja nur unsere älteren männlichen Vereinsmitglieder angucken!

Deine Lisa

   
   
02.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

glaub mir, ich hatte gestern absolut keine Lust auf den Termin bei meiner Hausärztin, aber Papa Micha wusste mal wieder, wie man mich bei solchen Gelegenheiten bei Laune hält.

   
   
Es stellte sich heraus, dass der kleine Gnubbel an meiner Narbe, den meine Physiotherapeutin neulich ertastet hatte, vollkommen normal ist und nach ca. 90 Tagen, wenn sich die Fäden in der Unterhaut aufgelöst haben, von allein verschwinden wird.
   
   
Ich hatte es mir nach der Aufregung gerade zuhause auf dem Sofa gemütlich gemacht, als plötzlich das Telefon klingelte. Am anderen Ende war mein langjähriger Freund Felix.
   
   
Felix und ich teilen gemeinsam das Schicksal, das viele Hochleistungssportler erleiden. Er hat nämlich ebenfalls gerade Probleme mit seinem Kreuzband und weil er von meinen hervorragenden Fortschritten nach den Operationen gehört hatte, wollte er wissen, wo ich behandelt wurde.
   
   
Eigentlich ist die Mutter von Felix eine gute alte Freundin von mir. Rosi und ich engagieren uns nämlich schon seit Jahren gemeinsam für die Organisation zur Rettung des vom Aussterben bedrohten nordalpinen Schneekaninchens.
   
   
Natürlich habe ich meinem Freund Felix meine Klinik sofort wärmstens empfohlen, denn dort arbeiten wirklich nur allererste Fachleute. Vom freundlichen Service der Angestellten ganz zu schweigen!
   
   
Abgesehen davon hat man dort die besten Erfahrungen mit dem diskreten Umgang mit besonders prominenten Patienten. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich weiß jetzt schon, mein Freund Felix wird sich dort wohl fühlen und gegen Staupe kann er sich dort auch gleich noch impfen lassen!

Deine Lisa

   
   
01.12.2017  
   
Liebes Tagebuch,

da dachte ich eigentlich, in diesem Jahr läuft das mit den Weihnachtsgeschenken ganz problemlos bei uns ab, aber da habe ich mich wohl gründlich getäuscht und der Unruhestifter ist natürlich mal wieder Kai-Uwe! Wer auch sonst?

   
   
Peggy hat er zum Beispiel den Floh ins Ohr gesetzt, dass es beim „Supertalent“ noch keinen Hund gab, der Klavier spielen konnte und jetzt wünscht sich Peggy natürlich ein solches Tasteninstrument. Wo sollen wir das denn noch hinstellen? Aber ich glaube, ich habe da schon etwas gefunden.
   
   
Als Kai-Uwe hörte, dass unser Fernseher bereits 9 Jahre auf dem Buckel hat, da hat er Papa Micha überredet, ein neues Gerät zu Weihnachten anzuschaffen. Das Super-Sonder-Spar-Angebot aus dem Internet war allerdings eine ziemliche Pleite!
   
   
Kritik ist allerdings streng verboten! Seitdem Papa Micha diese Tage seinen Festvertrag im Krankenhaus bekommen hat, scheint er offenbar sowieso nach Höherem zu streben: Starbucks Coffee, Rolex-Uhr, Mercedes Benz …
   
   
Da lobe ich mir Tante Iris von gegenüber! Die ist wenigstens bodenständig geblieben. Sie hat ja ein ganz ähnliches Haus, wie wir und weil es ihr zu eng geworden ist, hat sie kurz vor Weihnachten noch aufstocken lassen. Zu einem echten Schnäppchen-Preis!
   
   
Papi ist da ganz ähnlich, er hat auch die Bodenhaftung nicht verloren! Er hat sich sogar Gedanken gemacht, wie er uns ein wenig Arbeit ersparen kann und hat auch schon ein paar Helfer engagiert. Papi ist wirklich soooo selbstlos!
   
   
Wir haben noch nicht mal den 1. Advent und hier bei uns geht es schon wieder drunter und drüber! Wenn das so weiter geht, dann liege ich am Heiligen Abend wieder mit einem Nervenzusammenbruch im Bett! Es wäre nicht das erste Mal!

Deine Lisa

   
   
30.11.2017  
   
Liebes Tagebuch,

die gute Nachricht zuerst: in diesem Jahr muss ich gewiss nicht mehr bügeln, denn bei der ganzen Weihnachtsbeleuchtung, die unsere Papis aufgebummelt haben, ist gar keine Steckdose mehr frei!

   
   
Unser armer Pepe ist ganz irritiert und muss immer erst nachsehen, ob er auch wirklich im richtigen Haus gelandet ist, wenn er zwischendurch von seinen Auswärtsterminen nach Hause kommt.
   
   
Um unsere Vorfreude auf das Fest noch zu steigern, ist Papi gestern extra bei unserer Keksfabrik vorbei gefahren und hat ein paar Zentner weihnachtliches Gebäck eingekauft.
   
   
Dabei ist ihm leider aufgefallen, dass mit dem Lisa-Mobil etwas nicht in Ordnung ist. Da leuchtete gestern im Cockpit ein Symbol auf: ein Männchen, das auf dem Klo sitzt. Was kann das nun bloß wieder bedeuten?
   
   
Größere Reparaturen können wir uns jetzt wirklich nicht leisten und deshalb wollte ich unseren Kai-Uwe notfalls anpumpen. Doch Kai-Uwe meinte, er hat im Moment selber kaum noch Mäuse.
   
   
Zum Glück (und das ist jetzt die gute Nachricht) habe ich das T-Shirt, das Papi von mir zu Weihnachten bekommt, bereits bezahlt. Das war zwar ein günstiges Angebot, aber die Sonderanfertigung für Papi in XXXL war dann doch nicht ganz billig.
   
   
Aber jetzt muss ich bei Papi wieder Fieber messen und Wadenwickel anlegen. Männergrippe … mehr muss ich dazu wohl wirklich nicht sagen!

Deine Lisa

   
   
29.11.2017  
   
Liebes Tagebuch,

auch das nun noch! Gestern lag eine Einladung in unserem Briefkasten und das mag ja wirklich nett gemeint sein, aber so kurz vor Weihnachten habe ich nun wirklich keine Zeit für eine große Feier!

   
   
   
Arco und Kai-Uwe waren sich mal wieder einig und meinten, ich solle mich doch freuen. Arco meinte sogar, Curly Sue würde sich ihre linke Pfote dafür abhacken, bei dem Ereignis dabei zu sein!
   
   
Harry ist zwar wirklich ein lieber Freund von mir, aber musste es denn ausgerechnet eine Schauspielerin sein? Meine Kollegin Elisabeth II wird wohl langsam alt, dass sie dem zugestimmt hat. Ich sollte meine Zusage noch einmal überschlafen.
   
   
Und dann diese Bemerkung am Ende des Briefes! Meint Harry vielleicht, ich kreuze dort in Lumpen auf, bloß um seiner Trulla nicht die Show zu stehlen? Soweit kommt es noch!
   
   
Und was das wieder kostet! Unser Verein ist leider ziemlich knickerig. Ich erinnere mich noch gut daran, wie unsere 1. Vorsitzende kürzlich mit der Faust auf den Tisch geschlagen hat, bloß weil ich ein paar Reisekosten erstattet haben wollte!
   
   
Ich denke, ich werde Peggy bitten, mich bei der Feier würdig zu vertreten. Dann kommt die kleine Maus auch mal raus und beim Friseur war sie ja neulich auch erst. Eine Verlobungsfeier ist ja sowieso mehr ein inoffizielles Ereignis, da kann man das machen.
   
   
Bis zur Hochzeit im Frühjahr hat unser Verein hoffentlich wieder etwas Geld gespart und übernimmt dann die Kosten für meinen Flug (Concorde 1. Klasse) und ein Kleid von Stella McCartney! Das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt!

Deine Lisa

   
   
28.11.2017  
   
Liebes Tagebuch,

dieser Anblick bietet sich uns jetzt fast jeden Morgen in unserer Großraum-Wohnküche und ich fürchte, die Demenz bei Papa Micha nimmt immer erschreckendere Ausmaße an! Langsam muss etwas geschehen!

   
   
Da traf es sich ganz gut, dass wir gestern Vorstandssitzung vom Hundeverein hatten und ich gleich eine Erhöhung meiner Apanage beantragen konnte. Pflegepersonal kostet nun mal Geld! Doch davon wollten die Anwesenden mal wieder nichts hören!
   
   
Dabei hatte ich extra ein paar Weihnachtskekse nach einem alten Rezept meiner Großmutter vorbereitet, um den Vorstand bei Laune zu halten! Gefuttert haben sie, genützt hat es nichts!
   
   
Bevor die Sitzung begann, hatte ich wieder Physiotherapie bei Tante Janine. Sie hatte großes Verständnis für meine Besorgnis, aber auch sie konnte mir leider keinen Rat geben, wie man der galoppierenden Vergesslichkeit von Papa Micha entgegenwirken könnte.
   
   
Ich kann es mir nur so erklären, dass es an den vielen Sprays liegt, die Papa Micha jeden Morgen auf seinen Fiffi sprüht. Da sind bestimmt jede Menge Duftstoffe und Weichmacher drin und die ziehen dann alle ungehindert in seine Birne und vernebeln ihm den Hohlraum.
   
   
Ich habe Papa Micha vorerst den Umgang mit unserer Kaffeemaschine untersagt. Soll er sich im Krankenhaus ein Getränk aus dem Automaten holen! Da sind die Rettungssanitäter wenigstens gleich vor Ort!
   
   
Und ich werde jetzt mal alle Inhaltsstoffe, die auf seinen ganzen Fläschchen im Badezimmer stehen, bei Google eingeben. Da bin ich bis heute Abend beschäftigt und was wollen wir wetten, das ist bestimmt alles pures Gift!

Deine Lisa

   
   
   
 
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