Prinzessin des Vereins und zertifizierter Begleithund
   
(c) by Wolfgang Goltz  
   
   
18.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

unser kleiner Kater war gestern Morgen noch so schlaftrunken, dass er doch glatt dem Falschen zum Geburtstag gratuliert hat. Arco wusste gar nicht recht, wie ihm geschah.

   
   
Zum Wochenendeinkauf sind Peggy und ich dann aber lieber mitgefahren. Papa Micha ist an seinem Ehrentag immer ganz besonders kopflos und es wäre nicht das erste Mal, dass er den gesamten Einkauf auf dem Parkplatz stehen lässt!
   
   
Nachdem Tante Iris von gegenüber einen schönen Strauß Disteln abgegeben hatte, standen dann die Tante und der Onkel von Papa Micha mit Kuchen in der Tür. Tut mir ja leid, aber dafür hätte meine kümmerliche Apanage nicht auch noch gereicht und Papa Micha gibt ja sein ganzes Geld für seine Fiffis aus.
   
   
Doch die große Überraschung folgte erst noch, denn die Zwei hatten Oma mitgebracht und Papa Micha hatte Freudentränen in den Augen, als er seine alte und schwache Mutter sah.
   
   
Und natürlich wie immer, wenn sich die Familie von Papa Micha trifft, haben sich alle sehr nett unterhalten (also per WhatsApp natürlich) und Papa Micha hatte sich dem Anlass entsprechend auch ganz besonders in Schale geworfen!
   
   
Erst als Kai-Uwe dann auch an der Kaffeetafel Platz nahm, bekam das Gespräch ein gewisses Niveau und ein wenig Tiefgang. Dafür habe ich ihn speziell ausgebildet, damit das nicht immer an mir hängen bleibt und er macht seine Sache wirklich toll!
   
   
Den Abend haben wir dann ganz gemütlich auf dem Sofa verbracht, denn schließlich war die Woche mit unserem lüsternen Arco mehr als anstrengend genug! Trotzdem hatte Papa Micha einen schönen Tag, seinem hohen Alter entsprechend angemessen!

Deine Lisa

   
   
17.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

alle Behandlungen am Kopf sind immer furchtbar gefährlich! Da meinen die Zweibeiner, ihre Zähne werden repariert und ruckzuck wurde dabei etwas am Gehirn beschädigt!

   
   
So etwas muss neulich bei der Zahnbehandlung von Papa Micha auch passiert sein. Anders kann ich mir jedenfalls die neue Leuchte, die er gestern neben unserer Haustür eingesetzt hat, nicht erklären.
   
   
Im Internet hatte man versprochen, die Leuchte würde das warme und romantische Flackern einer stimmungsvollen Kerze verbreiten. Tante Conny von gegenüber dachte allerdings, bei uns wäre die Alarmanlage losgegangen und rief sofort nach den Ordnungshütern!
   
   
Kaum hatte ich die Beamten wieder beruhigt, da kam Tante Iris von der Arbeit und sah die Lampe blinken. Sie fürchtete, Papi ist gestürzt und sendet in seiner Not Morsezeichen und griff ebenfalls sofort zum Telefon!
   
   
Einzig Onkel Marco, unser Hundesitter, blieb ganz gelassen, als er nachmittags zum gemeinsamen Spaziergang kam. Er kennt Papa Micha eben schon länger und lässt sich durch dessen schrullige Ideen zum Glück nicht aus der Ruhe bringen.
   
   
Kai-Uwe und ich sind uns einig! Diese Lampe muss sofort wieder weg. Wir machen uns ja zum Gespött der Leute! Gestern war es leider zu spät dafür, denn Papa Micha kam erst spät von der Kohltour mit seinen Kolleginnen und Kollegen heim.
   
   
Aber heute kommt das Teil wieder weg, sonst fliegen hier die Fetzen! Da nützt es Papa Micha auch nix, dass er heute Geburtstag hat. Da bin ich knallhart!

Deine Lisa

   
   
16.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

es ist, wie es ist: unser Kater Kai-Uwe glaubt, er sei ein Hund und seit gestern habe ich es nun endgültig aufgegeben, ihn eines Besseren zu belehren! Wir müssen uns einfach damit abfinden!

   
   
Kai-Uwe begleitet Peggy und mich nicht nur täglich bei unseren Spaziergängen. Er ist unterwegs auch mindestens ebenso wachsam, wie Peggy! Jeder Fremde, der sich uns unterwegs nähert, wird von im sofort registriert.
   
   
Sogar die Bewachung unseres Grundstücks können wir inzwischen gefahrlos unserem Kater überlassen. An Kai-Uwe traut sich so schnell kein Unhold vorbei, das steht fest!
   
   
Tante Annemie, unsere freundliche Nachbarin, holt inzwischen sogar ihren Dackel Bommel rein, wenn sie uns kommen sieht. Sie fürchtet wohl, Kai-Uwe könnte den kleinen Kerl zerfleischen.
   
   
Mit dem Bellen klappt es zwar noch nicht so gut, dafür hat unser Kater gestern festgestellt, wie lecker die Fleischknochen sind, die uns unser Hundesitter Onkel Marco hin und wieder mitbringt.
   
   
Weil Arco gestern gerade ein wenig abgelenkt war, hat er zum Glück gar nicht mitbekommen, dass ihm unser Kater seinen geliebten Knochen weggefuttert hat. Sonst hätte es wohlmöglich Zoff gegeben!
   
   
Soll unser Kater meinetwegen denken, was er will, aber sollte ihm auch noch einfallen, mir bei meiner nächsten Läufigkeit auch am Allerwertesten zu kleben, dann ist das Maß voll, verlass Dich drauf!

Deine Lisa

   
   
15.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

gestern hatte unsere liebe Freundin Tante Anne Geburtstag und Peggy und ich konnten es gar nicht abwarten, denn natürlich waren wir zum Kaffee eingeladen. Tante Anne ist mal wieder 39 geworden.

   
   
Aus sicherheitstechnischen Gründen haben wir Arco lieber zuhause gelassen. Einer muss ja aufpassen, wo doch heutzutage so viel eingebrochen wird überall!
   
   
Ich glaube, Tante Anne hat sich auch wirklich über unseren Besuch gefreut. Vor allem, weil Papa Micha ihr so ein schönes Ständchen gesungen hat!
   
   
Peggy musste sich natürlich gleich wieder einschleimen. Sie hatte wohl gehofft, sie bekommt ein Stück von der leckeren Torte ab!
   
   
Wie gut, dass ich auch mit war und durch mein leuchtendes Vorbild, was vornehme Zurückhaltung angeht, wenigstens ein wenig den Ruf meiner Familie retten konnte!
   
   
Es war zwar sehr ungewohnt, mal ohne unseren Senior loszufahren, aber dafür hat Arco sich dann auch ganz besonders gefreut, als wir wieder nach Hause kamen.
   
   
Aber jetzt muss ich gleich los und ein Geschenk für Papa Micha besorgen, denn der hat am Wochenende ja auch Geburtstag. Ich kaufe ihm Lockenwickler für seinen Fiffi. Da freut er sich bestimmt!

Deine Lisa

   
   
14.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

ich schwöre Dir, in den nächsten Tagen setze ich keine Pfote vor unsere Tür! So, wie Arco mich gestern blamiert hat! Dabei hatte er zuerst gar keine Lust auf einen Spaziergang, als nachmittags Onkel Marco kam, denn Arcos Gedanken kreisen im Moment nur um ein Thema!

   
   
Onkel Marco weigert sich zwar nach wie vor, mit mir mit dem Ball zu spielen, trotzdem freuten Peggy und ich uns auf den Rundgang bei strahlendem Sonnenschein.
   
   
Bloß, weil ich zufällig gerade ein bisschen läufig bin, vergisst Arco sogar, sein Geschäft im Wald zu verrichten und eh ich mich gestern versah, da klebte unser Senior auch schon wieder an meinem Allerwertesten und das in aller Öffentlichkeit! Peggy war sichtlich schockiert!
   
   
Und natürlich ausgerechnet in diesem Augenblick kam unsere freundliche Nachbarin Tante Gisela mit ihrer Schwester des Weges. Das war mir vielleicht peinlich, das kannst du mir glauben.
   
   
Von dieser Seite hatten die beiden Damen unseren lüsternen Arco noch gar nicht kennen gelernt. Tante Gisela war so entsetzt, dass ihr vor Schreck doch glatt die Prothese aus dem Mund fiel.
   
   
Unsere freundlichen Nachbarinnen mussten mir dann hoch und heilig versprechen, nichts von dem, was sie gesehen hatten, an die Presse zu geben und Peggy und ich machten uns schnell aus dem Staub.
   
   
Ich sehe schon die Schlagzeile in der Blöd-Zeitung: „Prinzessin bei Sex-Orgie im Wald überrascht“, aber zum Glück weiß ich, dass auf unsere lieben Nachbarinnen Verlass ist. Da muss ich zum Glück keine Angst haben!

Deine Lisa

   
   
13.02.2018  
   
Liebes Tagebuch,

ich glaube, einen so fürchterlichen Traum wie letzte Nacht, hatte ich schon lange nicht mehr. Ich habe geträumt, wir haben mit Saskia einen Spaziergang gemacht. Nur wir Hunde und unsere kleine Freundin.

   
   
Doch plötzlich fing es heftig an zu schneien. Man konnte kaum die Pfote vor Augen sehen und irgendwie war die Umgebung auf einmal völlig unbekannt. Wir hatten uns offenbar verlaufen.
   
   
Saskia kennt sich in unseren Wäldern noch nicht so gut aus und hatte die Orientierung verloren. Wir Hunde versuchten zwar sofort eine Witterung aufzunehmen, aber es roch überall nur nach frischem Schnee!
   
   
Unsere kleine Freundin war ganz verzweifelt, aber in meinem Traum versuchte Arco sie zu trösten und versprach, dass wir gewiss den Weg zurück finden würden. Schließlich haben wir früher oft auf dem Hundeplatz bei der Fährtensuche zugesehen!
   
   
Doch Papi, der sich in meinem Traum bereits zuhause große Sorgen machte, hatte eine großartige Idee. Er briet eine frische Ente und ließ den leckeren Duft durch das offene Fenster nach draußen strömen.
   
   
Und tatsächlich! Kaum hatten wir Hunde das köstliche Aroma der Ente gewittert, da fanden wir auch in Windeseile den Weg zurück nach Hause. Die kleine Saskia kam kaum hinterher.
 
   
Doch gerade, als ich in meinem Traum in die knusprige Entenkeule beißen wollte, da hat Arco mich geweckt. Die 5 Minuten hätte er mich ja nun wirklich noch schlafen lassen können! Ich bin stinksauer!

Deine Lisa

   
   
   
 
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