Prinzessin des Vereins und zertifizierter Begleithund
   
(c) by Wolfgang Goltz  
   
     
24.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bereits am frühen Morgen bei unserer Runde drang von Ferne Lärm an unsere Ohren! Vor dem Haus von Tante Annemie war schon um diese Zeit reichlich Trubel. Kai-Uwe drehte gleich wieder um.

 
     
 
     
Nach ihrem grandiosen Auftritt in der Tagesschau drängelten sich bereits zahllose Fans und Besucher um das Haus unserer Nachbarin in der Hoffnung, einen Blick auf den Star erhaschen zu können.  
     
 
     
Einige besonders glühende Verehrer hatten sogar Blumen mitgebracht und hofften, dafür ein Autogramm oder ein Selfie mit unserer frischgebackenen Berühmtheit zu bekommen.  
     
 
     
Im Augenblick ist das sicher alles noch sehr aufregend und schmeichelhaft für unsere liebe Nachbarin, aber bald wird sie nur noch getarnt mit Bommel ihre Runde machen können!  
     
 
     
Glaub mir, als eine der meistfotografierten Prinzessinnen der Welt (gleich nach Lady Di) weiß ich, wovon ich spreche! Mit Privatsphäre ist es dann vorbei! Endgültig!  
     
 
     
Und dass Tante Annemie wohlmöglich hochnäsig wird, darüber müssen wir uns sicher keine Gedanken machen! Dafür ist sie viel zu bodenständig und lebenserfahren!  
     
 
     
Deshalb müssen wir uns auch sicher keine Sorgen um unser tägliches Leckerli (das wir immer von Tante Annemie bekommen) machen. Peggy hatte da bereits die allergrößten Befürchtungen! Bei den hohen Gagen von Tante Annemie darf es künftig aber auch gern mal ein saftiges Steak sein. Mal eben nebenbei bemerkt!

Deine Lisa

 
     
 
     
23.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Runde am Nachmittag trafen wir gestern auf eine völlig aufgelöste Tante Annemie! Sie berichtete, dass gerade ein Kamerateam bei ihr war und Aufnahmen für die abendliche Tagesschau gemacht hatte.

 
     
 
     
Eigentlich sollte die Kanzlerin eine Rede zu den steigenden Corona-Zahlen halten und weil die aber gerade in Südostasien weilt, suchte man als Vertretung eine seriöse Frau mittleren Alters mit Schauspielerfahrung. Saskia musste sich erstmal setzen, als sie das hörte.  
     
 
     
Wir waren natürlich sehr neugierig, ob Tante Annemie ebenso überzeugend ist, wie die Kanzlerin und weil wir den größeren Fernseher haben, haben wir dann Tante Annemie eingeladen, die Tagesschau bei uns zu gucken. Tante Annemie war selber ganz gespannt.  
     
 
     
Mit bewegenden Worten forderte Tante Annemie die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, noch achtsamer zu sein und stets den Mundschutz zu tragen und trotz der steigenden Zahlen nicht den Mut zu verlieren!  
     
 
     
Wir hatten alle Tränen in den Augen! Das hätte die Kanzlerin selber nicht besser machen können! Ich möchte wetten, das Bundesverdienstkreuz ist Tante Annemie sicher!  
     
 
     
Und weil uns allen nach dieser Aufregung der Magen knurrte, hat Saskia dann kurzerhand noch ein paar Apfelpfannkuchen für uns zubereitet. Natürlich nach dem Rezept von Kai-Uwe, die sind einfach am leckersten!  
     
 
     
Und so war Bommel wenigstens auch endlich mal im Fernsehen! Es ist wirklich wahr, Menschen mit Hunden wirken noch viel überzeugender! Achte mal drauf!

Deine Lisa

 
     
 
     
22.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

ich habe ja neulich berichtet, dass wir die Messung von Pepes Blutzuckerspiegel künftig selber durchführen werden und gestern war es nun soweit. Zunächst versuchte Papa Micha etwas Blut aus dem Ohr abzuzapfen.

 
     
 
     
Offenbar war die Menge, die Papa Micha nach mehreren Versuchen endlich auf den Teststreifen geschmiert hatte, zu gering, denn das Gerät weigerte sich, auch nur irgendetwas anzuzeigen, nicht mal die Uhrzeit!  
     
 
     
Also wurde die ganze Prozedur wiederholt: Pieken, Blut auffangen, Wunde abtupfen, das Blut auf den Teststreifen auftragen, Gerät einschalten. Wieder nix!  
     
 
     
Selbst als die kleinen Pieckser knapp wurden, die man für den winzigen Stich ins Ohr benötigt, ließ Papa Micha nicht locker! Ich glaube, jeder Durchschnitts-Punker wäre inzwischen neidisch auf das perforierte Ohr unseres Katers gewesen.  
     
 
     
Jetzt musste nur noch herausgefunden werden, wie herum der Teststreifen mit dem Blut in das Gerät gesteckt werden muss, aber nach wenigen erneuten Versuchen war auch diese Hürde überwunden.  
     
 
     
Anschließend gab es für unseren armen gequälten Kater auch eine ganz besonders leckere Portion Katzenfutter. Ob ihn die auf Dauer aber weiter so bei Laune hält, das bezweifle ich sehr!  
     
 
     
Was bin ich froh, dass Kai-Uwe kein Diabetes hat! Der wäre nämlich garantiert schon nach dem ersten Piecks ins Ohr die Wände hochgegangen! Ich kenne doch unseren kleinen Stinker. Der kommt ganz nach mir!

Deine Lisa

 
     
 
     
21.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

der Sommer war vorüber und die kleine Tröte, die vor vielen vielen Jahren mit ihrer Familie irgendwo tief in den Wäldern der Lüneburger Heide lebte, machte sich daran, im Wald Pilze zu sammeln.

 
     
 
     
Junker Kai-Uwe war natürlich stets dabei. Nicht nur zum Schutz der wunderwunderschönen Prinzessin, er war auch der Einzige in der Familie, der sich mit Pilzen auskannte!  
     
 
     
Die kleine Tröte war sehr froh, dass sie und ihre Familie von der schlimmen Beulenpest, die immer noch im ganzen Land wütete, verschont geblieben war und nun wollte sie bei den Pilzen natürlich kein Risiko eingehen.  
     
 
     
Die Pilze waren nicht nur eine nahrhafte Speise, sie enthielten auch sehr viel Plumborium und das brauchte Tröte ganz besonders dringend, wo sie doch jetzt jede Woche gemeinsam mit dem Hausmädchen Heidemarie Sport machte. Man glaubte damals, Plumborium baut die Muskeln auf.  
     
 
     
Und während Tröte mit Heidemarie beim Sport war und die wunderwunderschöne Prinzessin ihren wichtigen Regierungsgeschäften nachging, bereite Zwergnase (der Papa von Tröte) in der Großraum-Wohnküche des Schlosses die Pilze zu.  
     
 
     
Doch eines Tages muss Kai-Uwe einen Augenblick nicht aufgepasst haben! Als Tröte und Heidemarie vom Sport nach Hause kamen, da saß Zwergnase auf dem Dach und hatte schlimme Halluzinationen. Er glaubte, er sei ein kleines Vögelchen!  
     
 
     
Doch Tröte kannte einen heilenden Tee aus Krötenschwänzen und Spinnenbeinen, den sie sofort zubereitete und schon bald ging es Zwergnase wieder besser und ob er bleibende Schäden davongetragen hatte, das berichte ich beim nächsten Mal.

Deine Lisa

 
     
 
     
20.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

tief bewegt und voller Schmerz mussten wir gestern von meinem Ex-Verlobten und langjährigen guten Freund Baily Abschied nehmen. Wir werden diesen wunderbaren Hund sehr vermissen.

 
     
 
     
Ich erinnere mich noch, als sei es gestern gewesen, wie Baily mir damals den Hof machte. Immer und immer wieder stand er vor unserer Pforte, obwohl ich als Mitglied des Hochadels diesem Vierbeiner aus einfachsten Verhältnissen die kalte Schulter zeigte.  
     
 
     
Irgendwann aber wurde aus Freundschaft Liebe und wir verbrachten eine wundervolle Zeit. Hin und wieder musste ich ihm allerdings zeigen, wer in unserer Beziehung die Hosen anhatte.  
     
 
     
Nach unserer Verlobung ging ich meinen Verpflichtungen als Prinzessin nach und Baily wurde als Filmstar an der Seite von Jürgen Prochnow weltberühmt. Wer waren schon Angelina Jolie und Brad Pitt? Die Boulevard-Presse interessierte sich nur für Baily und mich!  
     
 
     
Doch während mein Stern immer heller strahlte, blieben bei Baily schon bald die Rollenangebote aus und er musste sich wohl oder übel mit Werbung über Wasser halten.  
     
 
     
Und es kam, wie es kommen musste: dem Abstieg folgten Alkohol- und Drogenexzesse und zahlreiche Weibergeschichten und ich sah mich gezwungen, unsere Verlobung zu lösen, denn schließlich musste ich an meinen guten Ruf als Prinzessin denken!  
     
 
     
Doch über all die Jahre blieben Baily und ich immer freundschaftlich verbunden. Erst vor knapp 2 Wochen war er bei uns und da ging es ihm bereits gesundheitlich nicht gut.  
     
 
     
Baily wird immer einen Platz in unseren Herzen behalten und ich hoffe, er hat dort oben Grüße von uns an unseren geliebten Arco ausgerichtet, mit dem er jetzt sicher wieder spielen wird. Wie in alten Zeiten.

Deine Lisa

 
     
 
     
19.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

Pepe hatte gestern absolut keine Lust auf seinen Besuch bei unserer Tierärztin, aber schon wieder davor drücken ging nicht, das hatte er bereits am Montag erfolgreich geschafft.

 
     
 
     
Gestern hat sich aber Papa Micha zeigen lassen, wie wir selber den Blutzuckerspiegel messen können (Pepes Werte sind nämlich ganz hervorragend) und jetzt ersparen wir künftig Pepe den Stress und uns die hohen Tierarztkosten!  
     
 
     
Und weil Papi noch vollkommen erschöpft vom Ohrenkneten war (das muss man machen, damit ein Tröpfchen Blut kommt), hat Saskia dann die Nachmittagsrunde mit uns gemacht.  
     
 
     
Aber Papi ließ sich natürlich nicht lumpen und deshalb bekam unsere junge Freundin auf dem Weg zum Hundeplatz auch eine kleine Belohnung für ihre Mühe! Papi hat sich selber übrigens auch belohnt. Wofür ist mir allerdings nicht ganz klar.  
     
 
     
Die Leistungen, die Saskia und Peggy dann auf dem Hundeplatz gezeigt haben, waren wirklich beeindruckend! Papi und ich waren richtig stolz auf unsere beiden jungen Mädels!  
     
 
     
Dabei profitieren die Beiden natürlich von meinem großen Erfahrungsschatz (wo ich doch damals in Melbourne um Haaresbreite Weltmeisterin geworden wäre) und den wertvollen Tipps, die ich ihnen gebe und dafür zeigte sich Saskia gestern auch wieder sehr dankbar.  
     
 
     
Aber jetzt muss ich Papi wecken, denn er muss um 8 Uhr auf dem Hundeplatz sein, weil heute ist großer Prüfungstag. Und es kommt einfach nicht so gut, wenn ausgerechnet der Prüfungsleiter verschlafen hat.

Deine Lisa

 
     
 
     
18.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

nachdem Saskia während der Sommerferien ein paar Wochen nicht bei uns war, ist inzwischen der Alltag wieder bei uns eingekehrt. Mittags nach der Schule kommt die junge Dame zu uns und dann wird erstmal eingekauft.

 
     
 
     
Danach geht es dann auf zu unserer Nachmittagsrunde, wo Tante Annemie bereits sehnsüchtig auf uns wartet. Zwei so junge und hübsche Menschen (Saskia und Papi) und zwei so wohlerzogene Hunde (Peggy und ich) lassen ihr Herz stets höher schlagen.  
     
 
     
Nur unser scheuer Pepe muss sich erst wieder langsam an die Anwesenheit einer temperamentvollen jungen Dame gewöhnen. Die ersten Tage wollte er doch tatsächlich nicht ins Haus kommen, wenn Saskia da war.  
     
 
     
Doch inzwischen scheint der Bann wieder gebrochen zu sein, denn gestern beklagte sich Pepe bereits lang und breit bei unserer jungen Freundin, dass der böse Papa Micha ihn zweimal täglich mit einer Spritze traktiert.  
     
 
     
Und wie hat Saskia das Vertrauen von unserem Kater wiedergewonnen? Mit reichlich gutem Futter natürlich! Eine Methode, die das Kind übrigens auch immer wieder mit viel Erfolg bei Papi einsetzt!  
     
 
     
Und das Zauberwort dafür kommt zwar aus dem Italienischen, es könnte aber auch einem Märchenbuch aus 1001 Nacht entsprungen sein, es lautet Miracoli!  
     
 
     
Ich muss aber ehrlich zugeben, das hatten sich die Zwei gestern auch redlich verdient, denn wer sich mit Bruchrechnung rumschlagen muss, der braucht anschließend was Kräftiges im Magen!

Deine Lisa

 
     
 
     
17.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde erwähnte Papi gestern ganz beiläufig, dass um 9 Uhr sein Bruder bei uns vorbeischauen wollte. Kann er sowas nicht früher sagen? Ich hasse es, wenn man mich nicht rechtzeitig informiert!

 
     
 
     
Hätte ich das gewusst, dann hätte ich doch niemals so lange mit Tante Iris und Ronja und Tobi geklönt, die wir unterwegs zufällig im Wald trafen. Ich hätte doch dann ein kleines Frühstücksbuffet vorbereitet.  
     
 
     
Beinahe wäre dann auch noch das obligatorische Foto für mein Tagebuch ins Wasser gefallen. Papi musste erst noch sein Handy neu starten und so lange konnte sein Bruder nicht die Luft anhalten und den Bauch einziehen.  
     
 
     
Papi schert sowas nicht. Er ist von Natur aus schlank, genau wie ich und deshalb gab es am Nachmittag auf dem Weg zum Hundeplatz ein leckeres Eis. Das hatte Papi sich verdient.  
     
 
     
Dort stellte Saskia dann mit sicherem Kennerblick fest, dass all unsere Prüflinge bestens vorbereitet sind und sich keine Sorgen wegen unserer Prüfung am Samstag machen müssen.  
     
 
     
Meine Begrüßungsansprache für den Prüfungstag ist auch schon fertig. Ich habe einfach die Rede meiner Kollegin aus England zur Parlamentseröffnung ein wenig angepasst. Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden!

Deine Lisa

 
     
 
     
16.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

die gute Nachricht zuerst: die Familie von Papa Micha ist nach ihrer Fahrradtour durch Norddeutschland wieder wohlbehalten zuhause gelandet. Sie waren sogar pünktlich wieder da, obwohl sie sich unterwegs reichlich Zeit für die Schönheiten der Natur genommen haben.

 
     
 
     
Wir hatten gestern einen ganz normalen Tag. Bei unserer Nachmittagsrunde durften wir Tante Fine zusehen, die gerade das neue Carport-Dach bei Tante Annemie streicht. Ich liebe handwerkliche Arbeit, ich könnte stundenlang zusehen.  
     
 
     
Danach ging es für Saskia an die Hausaufgaben und ich muss ehrlich sagen, bei der komplizierten Berechnung von Tabellen würde mir auch irgendwann der Kopf schwer werden.  
     
 
     
Papi wurde höchstens der Magen schwer, denn er hat in der Zwischenzeit gemütlich auf seiner Rentnerbank den Rest von der megaleckeren Buchweizentorte vertilgt, die Onkel Peter am Tag zuvor vorbeigebracht hatte.  
     
 
     
Papi meint, zu viel Torte ist für Kinder nicht gut und deshalb bekam Saskia auch nichts ab. Sie bekam dafür aber zum Abendbrot leckere Bratkartoffeln mit Spiegelei. Gesunde Ernährung ist für Jugendliche ja soooooo wichtig!  
     
 
     
Pepe ist gestern übrigens wieder erst sehr spät nach Hause gekommen! So kann das nicht weitergehen! Er muss doch seine Spritze immer pünktlich bekommen.  
     
 
     
Grund für erzieherische Maßnahmen meinerseits sehe ich dennoch nicht. Sobald das Wetter wieder schlechter wird, ist unser Kater abends wieder rechtzeitig da. Das kennen wir ja schon!

Deine Lisa

 
     
 
     
15.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde meinte Kai-Uwe gestern, wir sollten Pepe wegen seines Termins beim Tierarzt am frühen Abend lieber gar nicht erst rauslassen, denn Pünktlichkeit ist nicht gerade Pepes Stärke!

 
     
 
     
Aber wie hatte sich unser kleiner Schlaumeier das vorgestellt? Dass er den ganzen Tag bei dem traumhaften Wetter draußen herumtollen kann und wir eingesperrt im Haus den armen Pepe bewachen?  
     
 
     
Ich habe Pepe also gleich morgens rausgelassen. Als er am Nachmittag aber immer noch nicht wieder aufgetaucht war, machten wir uns auf die Suche. Tante Conny von gegenüber hatte ihn aber leider nicht gesehen. Doch das musste nix heißen, denn sie war den ganzen Tag mit ihrem Hausputz beschäftigt.  
     
 
     
Tante Annemie wollte sogar gleich sämtliche Freunde vom Kulturverein anrufen und einen Suchtrupp zusammenstellen, aber so weit wollten wir doch noch nicht gehen. Bis zu unserem Termin waren ja noch ein paar Stunden hin.  
     
 
     
Als Bommel erfuhr, dass sein Katzenfreund Pepe gesucht wird, da musste er sich erstmal von Saskia trösten lassen. Bommel ist zwar ein kleiner vorlauter Kläffer, aber tief im Innern ist es sehr zart besaitet.  
     
 
     
Irgendwann am späten Abend kam Pepe dann leicht angeschwipst nach Hause. Seine Geschäftsfreunde hatten ihn angeblich aufgehalten und seinen Termin hatte er vollkommen vergessen.  
     
 
     
Andererseits hätte Frau Doktor auch so lange in ihrer Praxis auf uns warten können. Immerhin sind wir Privatpatienten! Servicewüste Deutschland sag ich nur!

Deine Lisa

 
     
 
     
14.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

ich bin wirklich froh, denn seitdem unser Pepe so krank ist, achtet Kai-Uwe immer ganz besonders auf seinen Artgenossen. Das ist wirklich lieb von ihm!

 
     
 
     
Dass unser junger Kater allerdings meint, auch bei unseren Spaziergängen neuerdings immer den Ton angeben zu müssen, das passt mir ganz und gar nicht in den Kram. Was glaubt er, wer er ist?  
     
 
     
Gestern war der letzte freie Tag von Papa Micha und den wollte er in aller Ruhe genießen. Soweit das möglich war, denn Tante Conny gegenüber hatte ihr kleines Enkelkind zu Gast.  
     
 
     
Besuch hatten wir keinen ... also, fast keinen. Onkel Bernd brachte nur schnell etwas selbstgekochtes Hühnerfrikassee vorbei, damit Papi nicht ganz vom Fleisch fällt.  
     
 
     
Heute müssen wir ganz besonders achtgeben, denn Pepe hat um 17.30 Uhr einen Termin bei unserer Tierärztin und wenn er bis dahin nicht von seinen Auswärtsterminen zurück ist, dann müssen wir ihn wohlmöglich suchen!  
     
 
     
Aber jetzt legen wir uns noch 1 bis 3 Stündchen aufs Ohr. Papa Micha ist bereits los zur Arbeit und Saskia kommt erst mittags zu uns. Das müssen wir einfach ausnutzen, meinst du nicht auch?

Deine Lisa

 
     
 
     
13.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde traf mich gestern fast der Schlag! Kai-Uwe wollte wissen, was ich denn für einen Nachtisch für unsere Gäste vorbereitet habe (Kai-Uwe liebt Nachtisch). Den hatte ich total vergessen! Ich kann nun wirklich nicht an alles denken!

 
     
 
     
Für die Zubereitung des köstlichen Plumpuddings nach dem Rezept meiner Großmutter war es allerdings zu spät, denn die Familie von Papa Micha stand pünktlich in der Tür!  
     
 
     
Unser Essen war zum Glück rechtzeitig fertig und ich konnte sogar Papa Micha überreden, ausnahmsweise unser gutes Geschirr aufzutragen. Normalerweise stellt er nämlich immer nur die Pötte auf den Tisch.  
     
 
     
Ich glaube, es hat auch allen sehr gut geschmeckt, denn sie haben ordentlich zugelangt. Als Tante Petra und Onkel Daniel allerdings erfuhren, dass es keinen Nachtisch gab, waren sie sichtlich enttäuscht.  
     
 
     
Nach dem Essen ließ es sich Papa Micha dann nicht nehmen, unseren Gästen Papis Senioren-Porsche vorzuführen und dabei passierte dann genau das, worauf ich bereits seit Wochen gewartet habe!  
     
 
     
Nach gut 2 Stunden war der ganze Spuk auch schon wieder vorüber und unser Besuch machte sich auf den Heimweg und dafür hatten Peggy und ich den ganzen Vormittag in der Küche gestanden.  
     
 
     
Und jetzt ist Papa Micha natürlich Feuer und Flamme und will auch unbedingt ein E-Bike haben. Das fehlte noch, damit noch mehr Strafzettel ins Haus flattern? Das kann er sich abschminken!

Deine Lisa

 
     
 
     
12.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

da wir heute, wie bereits erwähnt, Besuch erwarten, haben wir unseren Wochenendeinkauf bereits gestern erledigt. Das zog sich allerdings wieder mal ziemlich und deshalb brauchten Peggy und ich reichlich Geduld.

 
     
 
     
Es dauerte allerdings nicht so lange, weil wir so viel einzukaufen hatten. Papa Micha musste mal wieder zahlreiche wildfremde Leute zutexten, sonst wären wir nämlich viel schneller fertig gewesen.  
     
 
     
Papi hat beschlossen, der Schwester von Papa Micha und deren Mann sein Lieblingsgericht zum Mittag zu servieren und dafür braucht man zum Glück nicht besonders viele Zutaten.  
     
 
     
Anschließend ging es dann auch noch zum Keksladen. Die dort gekauften Sachen sind aber ausschließlich für uns bestimmt. Davon geben unsere Papis den Gästen garantiert nix ab! Ich kenne doch meine Pappenheimer!  
     
 
     
Bis auf sein leises Wimmern ist Papa Micha von seiner schmerzhaften Blasenentzündung zum Glück auch nichts mehr anzumerken. Er konnte sogar abends schon wieder zum Trommeln fahren.  
     
 
     
Papi war am späten Nachmittag noch zum Hundeplatz. Dort fand die Generalprobe für unsere Herbstprüfung statt. Dabei kann aber nicht mehr viel schiefgehen. Tante Gaby war glaube ich recht zufrieden.  
     
 
     
Aber jetzt müssen wir uns beeilen! Gleich steht unser Besuch in der Tür und hier sieht es noch aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Da muss ich wohl unsere Papis noch ordentlich scheuchen!

Deine Lisa

 
     
 
     
11.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde gestern verhielt sich Kai-Uwe ziemlich seltsam und Peggy fand dann zum Glück auch heraus, woran das lag. Kai-Uwe machte sich Sorgen um unseren Papi.

 
     
 
     
Gestern fand die Beerdigung unserer lieben Tante Ingrid statt und unser Kater fürchtete, dass der Friedhofsgärtner beim Anblick von Papi sagen könnte „bleiben sie gleich hier, das lohnt nicht mehr nach Hause zu fahren“!  
     
 
     
Onkel Martin und Papi mussten allein zur Trauerfeier fahren, denn Papa Micha ist kurzfristig krank geworden. Er hat sich eine heftige Blasenentzündung mit Fieber eingehandelt und musste zum Arzt.  
     
 
     
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er trotz der herbstlichen Temperaturen nochmal heimlich in unseren Pool gehüpft ist. Das kommt davon und zur Strafe muss er jetzt 3 Tage lang ein starkes Antiidiotikum nehmen!  
     
 
     
Die Trauerfeier für Tante Ingrid war dann auch sehr ergreifend, wie Papi berichtete. Am anschließenden Leichenschmaus hat Papi aber nicht teilgenommen. Ich vermute, weil es dort keine Pommes gab!  
     
 
     
Auf dem Rückweg hat Papi dann gleich Onkel Martin zuhause in Buxtehude abgesetzt. Doch der nächste Besuch hat sich bereits angekündigt: Samstag kommt Tante Tanja (Papa Michas Schwester) mit ihrem Gatten auf ihrer Fahrradtour durch Norddeutschland bei uns vorbei.  
     
 
     
Ich bin nur heilfroh, dass ich das mit dem Eintrittsgeld bei uns eingeführt habe. Du siehst ja, bei unseren vielen Besuchern kommt richtig Geld in die Kasse! Carola hat zwar rumgemotzt vorgestern, aber Ausnahmen können wir leider nicht machen! Sag selbst, dafür wird bei uns ja auch wirklich einiges geboten!

Deine Lisa

 
     
 
     
10.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

dass unser Onkel Martin gerade zu Besuch bei uns ist, hatte ich berichtet. Dass er aber beinahe abends noch wieder abgereist wäre, weißt du noch nicht. Er wollte nämlich keinen Hörsturz riskieren.

 
     
 
     
Nachdem Papa Micha aber seine Trommel weggeräumt und Papi ihm versprochen hatte, mit ihm zum Keksladen zu fahren, war Onkel Martin schnell wieder besänftigt.  
     
 
     
Im Grunde ist Onkel Martin ein sehr unkomplizierter Gast. Wenn er den ganzen Tag seinen Tee schlabbern und die gute Luft bei uns genießen kann, dann ist er zufrieden.  
     
 
     
Am Nachmittag schaute dann auch noch Carola mit meinem Ex-Verlobten Baily vorbei. Sie hatte von unserem neuen Vordach gehört und wollte das gute Stück endlich auch persönlich bewundern.  
     
 
     
Erst die Geschichte mit Papa Michas Trommel, dazu dann das laute Organ von Carola und ihre Geschichten von der rauschenden Feier bei der letzten Walpurgisnacht, das wurde Onkel Martin dann aber doch etwas zu viel und er nahm vor dem Haus auf Papis Rentnerbank Platz.  
     
 
     
Gleich fahren Papi und Onkel Martin los zur Trauerfeier von ihrer gemeinsamen Freundin Tante Ingrid. Papa Micha wollte zwar auch mit, aber der hat sich rechtzeitig eine Blasenentzündung mit Fieber eingehandelt. Da kann man nix machen!

Deine Lisa

 
     
 
     
09.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

nach sehr langer Zeit besucht uns unser Onkel Martin diese Tage mal wieder und weil er im Moment schlecht zu Fuß ist, haben wir ihn aus Buxtehude abgeholt. Die rund 560 km Fahrt haben wir natürlich gern in Kauf genommen.

 
     
 
     
Wenn man Besuch bekommt, dann soll natürlich alles tip top sein und deswegen hat Papa Micha auch extra noch unseren defekten Duschkopf fachmännisch repariert.  
     
 
     
Die Bemerkung von Onkel Martin, dass die neuen Fiffis von Papa Micha aus Schweinsborsten hergestellt zu sein scheinen, kam zwar nicht so gut an, aber unter Freunden muss so etwas schon mal erlaubt sein!  
     
 
     
Dabei hatte Papa Micha unseren Onkel Martin so nett bei uns begrüßt. Zusammen mit Onkel Jörg hatte er ein schönes Ständchen vom Balkon gesungen und weil wir gar keinen Balkon haben, musste unser Schlafzimmerfenster herhalten.  
     
 
     
Wir wollen Onkel Martin ein paar schöne Tage bei uns bereiten und was liegt da näher, als unsere „Botschafterin der guten Laune“ Tante Annemie zum Kaffee zu uns zu bitten und die Beiden verstanden sich auch auf Anhieb.  
     
 
     
Doch trotz aller Bemühungen unserer lieben Nachbarin wollte die rechte Stimmung nicht aufkommen. Ich kann mir wirklich nicht erklären, woran das gelegen hat.  
     
 
     
Onkel Martin bleibt aber ja noch bis morgen und da werden wir garantiert noch ein paar schöne und harmonische Stunden miteinander verbringen. Das wäre doch gelacht!

Deine Lisa

 
     
 
     
08.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

als Trainer in unserem Hundeverein wird Papi häufig gefragt, was die Hundehalter tun können, wenn ihr geliebter Vierbeiner ein schlechter Esser ist. Gute und regelmäßige Ernährung ist ja so wichtig!

 
     
 
     
Papi versucht dann auch gute Tipps zu geben. Da kann er klug reden! Wenn aber hier zuhause jemand einen gesunden Appetit hat und dabei versehentlich etwas zu Bruch geht, dann ist der Teufel los! Dabei wollte ich doch bloß, dass nichts umkommt!  
     
 
     
Wie kann man unserem Kater aber auch sein Futter in einer Keramikschale auf den Tisch stellen? Unverantwortlich sowas! Wie leicht hätte ich mich verletzen können! Jetzt steht da zum Glück eine Plastikschale.  
     
 
     
Papa Micha war gestern wieder bei seinem Fiffi-Doktor in Berlin und weil er auf der weiten Tour unterwegs niemanden hat, mit dem er sich unterhalten kann, ist er lieber mit dieser neuen Buslinie für Leute, die gerne miteinander reden, gefahren.  
     
 
     
Gegen Abend war er zurück. So richtig zufrieden ist er dieses Mal aber nicht. Irgendwie macht ihn die neue Frisur ein bisschen alt. Das liegt vermutlich am höheren Grauanteil bei den Haaren.  
     
 
     
Papi hat einmal nachgerechnet: 42 Jahre dauert schon seine Freundschaft mit Tante Ingrid. Gestern erfuhr Papi nun aber, dass seine langjährige und vertraute Freundin gestorben ist.  
     
 
     
Wir sind alle sehr traurig, aber ich bin mir sicher, unser Arco hat oben am Tor auf sie gewartet und jetzt spielen die Zwei immer miteinander. Unser Trost ist, irgendwann sehen wir uns alle wieder!

Deine Lisa

 
     
 
     
07.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde habe ich gestern mal wieder ein wenig unsere Nachbarn um ihren wunderbaren Ausblick auf die Wiesen und Felder der Umgebung beneidet.

 
     
 
     
Wie schade, dass es damit bald vorbei sein wird, denn genau dort soll schon bald ein großes Neubaugebiet entstehen. Von der Villa Lisa aus werden wir zwar nicht viel davon mitbekommen, trotzdem habe ich im Stadtrat dagegen gestimmt.  
     
 
     
Dafür geht es hier nebenan bei uns im Moment gar nicht recht weiter. Die neuen Besitzer sind im Urlaub und Papa Micha krabbelt jeden Tag vergeblich aufs Dach, um nach den Fortschritten beim Umbau zu sehen.  
     
 
     
Nach dem Frühstück hat Papi sich dann mal wieder (unter der fachkundigen Aufsicht von Kai-Uwe natürlich) um meine Fellpflege gekümmert, denn das Winterfell naht schon wieder.  
     
 
     
Fellpflege ist übrigens das Stichwort! Gleich fährt Papa nämlich mal wieder nach Berlin, um sich seine neuen Fiffis abzuholen. Sein Fiffidoktor und dessen Frau warten bereits.  
     
 
     
Peggy hat seit gestern striktes Bell-Verbot. Wir müssen nämlich unsere Stimmen schonen. Als Papa Micha das letzte Mal aus Berlin zurückkam, da mussten wir ihm so oft versichern, wie unglaublich toll er aussieht, dass wir abends ganz heiser waren.  
     
 
     
Wir sind wirklich eine drollige Familie! Wenn es uns nicht schon gäbe, uns müsste man glatt erfinden!

Deine Lisa

 
     
 
     
06.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

gestern beim Training auf dem Hundeplatz kam ich doch tatsächlich für einen Augenblick ins Grübeln. War es damals wirklich die richtige Entscheidung, Prinzessin eines Hundevereins zu werden?

 
     
 
     
Hätte ich damals schon gewusst, dass eines meiner Familienmitglieder irgendwann Diabetiker wird, dann hätte ich mein Medizinstudium doch gewiss nicht abgebrochen.  
     
 
     
Und vielleicht wäre aus unserem schönen kleinen Häuschen dann nicht die Villa Lisa, sondern eine florierende Arztpraxis geworden. Finanziell hätte sich das sicher gelohnt, im Gegensatz zu meiner kümmerlichen Apanage.  
     
 
     
Und weil die Leute uns mit Sicherheit die Bude eingerannt hätten (weil ich so kompetent und beliebt bin), hätte ich noch einen jungen und hübschen Assistenzarzt eingestellt. Das hätte Papi ganz sicher auch gefallen!  
     
 
     
Und für den Empfang hätte ich Saskia und Peggy engagiert! Zwei hübsche Mädels im Vorzimmer machen sich immer ganz besonders gut!  
     
 
     
Aber es ist eben alles ganz anders gekommen und ich denke, das ist auch gut so. Denn ehrlich gesagt, der europäische Hochadel wäre ohne mich um einiges ärmer!  
     
 
     
Gerade in den schweren Zeiten heutzutage, wo sich Harry und Meghan klammheimlich aus dem Staub gemacht haben, da muss doch einer die Fahne hochhalten und wer wäre da besser geeignet, als ich? Intelligenz, Schönheit, Anmut, Grazie ... muss ich noch mehr aufzählen?

Deine Lisa

 
     
 
     
05.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

ich weiß ja nicht, wie hoch der Durchschnitt der Einnahmen bei unserer Tierärztin diese Woche so lag, nach unserem Besuch gestern hat sie aber garantiert mit einem fetten Plus abgeschlossen.

 
     
 
     
Leider streikte jedoch ausgerechnet gestern das Messgerät und deshalb musste Frau Doktor die wichtigen Blutzuckerwerte von unserem armen Pepe auf einem anderen Wege ermitteln.  
     
 
     
Trotz mehrfacher Blutentnahme war unser Kater aber wieder sehr tapfer und seine Werte haben sich auch tatsächlich enorm verbessert. Wir können die Insulin-Dosis sogar wieder ein klein wenig verringern.  
     
 
     
Doch damit nicht genug! Anschließend kam Peggy an die Reihe. Ihr sollte unter Vollnarkose eine Warze am Bein entfernt werden und weil Peggy ständig diese ganzen Krankenhaus-Serien auf RTL guckt, war sie furchtbar ängstlich.  
     
 
     
Gegen Mittag konnten wir Peggy aber bereits wieder abholen und nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf mit Papi war sie schon fast wieder fit, wie ein Turnschuh!  
     
 
     
Am Nachmittag kamen dann auch noch jede Menge Freunde, um Peggy einen Krankenbesuch abzustatten und Papa Micha musste dabei natürlich gleich demonstrieren, mit welch einem großen Schnitt die Warze entfernt werden musste.  
     
 
     
Zum Glück ist jetzt erstmal Wochenende und dann hat Papa Micha nur noch eine Woche Urlaub. Es ist also langsam „Land in Sicht“!

Deine Lisa

 
     
 
     
04.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

gestern brauchten Peggy und ich wieder besonders viel Geduld beim Einkaufen, denn nicht nur der Kuchen für Tante Gaby (die mit Y), sondern auch der alljährliche Kürbis für den Vorgarten mussten in Ruhe ausgesucht werden.

 
     
 
     
Wir waren froh, als wir nach Stunden endlich wieder zuhause waren. Peggy musste nämlich wieder mal furchtbar dringend. Das kennt man bei ihr ja inzwischen schon!  
     
 
     
Und dann mussten wir uns doch tatsächlich auch noch von Kai-Uwe fragen lassen, ob sie keinen schöneren Kürbis hatten! Dieser würde ihn doch sehr an den Eierkopf von Papa Micha erinnern. Hat man Worte? Peggy und ich waren empört!  
     
 
     
Wie gesagt, für den Nachmittag hatte sich Tante Gaby angekündigt und der blieb der Mund offenstehen, als sie unsere neue Terrassenüberdachung sah, so begeistert war sie!  
     
 
     
Eigentlich wollten Tante Gaby und Papi wichtige Dokumente für unseren Prüfungstag bearbeiten (deshalb musste sie auch keinen Eintritt bei uns zahlen), aber das musste warten, denn Tante Gaby telefonierte erstmal ausführlich mit ihrer Schwester in Australien. Über unseren Anschluss ist das ja auch viel billiger für sie.  
     
 
     
Und nachdem dann alle Papiere in mühsamer Kleinarbeit erledigt waren, durfte Tante Gaby auch noch eine Fahrt mit Papis Senioren-Porsche unternehmen. Tante Gaby war total begeistert, was ihr bei uns alles geboten wurde!  
     
 
     
Aber jetzt müssen wir uns wieder mal beeilen! Wir haben nämlich einen Tierarzt-Termin mit Pepe und Peggy! Ich werde natürlich genauestens berichten!

Deine Lisa

 
     
 
     
03.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

Kinder, Kinder ... jetzt haben wir schon wieder September und ich habe absolut noch keinen Plan, was wir zu Weihnachten essen könnten. Schließlich will sowas sorgfältig und vor allem rechtzeitig überlegt sein.

 
     
 
     
Papi hat den Kopf dafür nicht frei, denn bereits morgens ging es mit Peggy zu ihrer Hundefriseurin nach Rotenburg. Eigentlich sollte Papa Micha mit ihr fahren, der hat ja Urlaub. Aber der wollte nicht.  
     
 
     
Das wäre auch nichts für Papa Micha. Da müsste er nämlich 2 Stunden stillsitzen und das musste er zuletzt in der 3. Klasse, als sie ihm heimlich Sekundenkleber auf den Stuhl geschmiert hatten.  
     
 
     
Dafür durfte Papi dann am Nachmittag gleich noch einmal nach Rotenburg juckeln. Vorher musste er allerdings noch kurz bei Saskia vorbei. Die hatte ein kleines Problem in Chemie.  
     
 
     
Papi wollte aber sowieso noch ein Hühnchen mit Saskias Papa rupfen! Uns spielt Onkel Bernd immer den armen Autoverkäufer vor, dabei betreibt er nebenbei in Rotenburg auch noch ein lukratives Fuhrunternehmen!  
     
 
     
Danach ging es zum Hundeplatz. Tante Petra war mit unseren Prüflingen ganz alleine dort, denn Tante Gaby hatte keine Zeit und Tante Beate musste dringend ihre Prothese beim Zahnarzt abgeben.  
     
 
     
Und so ist Papi dann gestern ein zweites Mal nach Rotenburg gefahren, um Tante Petra zu unterstützen. Ein Glück, dass die Benzinpreise im Augenblick ziemlich moderat sind. Sonst hätte ich ihm das auch nicht erlaubt!

Deine Lisa

 
     
 
     
02.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde mussten Peggy und ich kontrollieren, wie weit die Kartoffelernte denn gediehen ist. Unsere Heidekartoffeln sind eine Delikatesse und überall begehrt und ich hoffe sehr, unsere arg geschröpfte Haushaltskasse damit etwas auffüllen zu können.

 
     
 
     
Dabei mussten wir uns auch noch beeilen, denn Onkel Herbert hatte sich mit Sohn und Schwiegertochter zum Frühstück angemeldet und darauf freuten wir uns ganz besonders.  
     
 
     
Papi hatte reichlich eingekauft, aber durch das neu von mir eingeführte Eintrittsgeld hatten wir diese Kosten ruckzuck wieder raus. 3 Personen zu je 12,50 €, da kommt schon was zusammen. Streicheln der Prinzessin kostet natürlich extra!  
     
 
     
Das ist natürlich besonders für unsere lieben Freunde zunächst einmal eine Umstellung, aber daran werden sie sich mit Sicherheit bald gewöhnt haben. Von irgendwas muss der Schornstein ja rauchen!  
     
 
     
Papa Micha ist im Augenblick kaum zu bremsen, was seine gärtnerischen Aktivitäten angeht, denn kaum hatte sich unser Besuch verabschiedet, da begann er im Vorgarten alles zu beschneiden, was ihm in die Quere kam.  
     
 
     
Und wenn er erstmal ins Schnippeln kommt, gibt es kein Halten mehr! Das Ergebnis ist, Papi kann jetzt von seiner Rentnerbank unsere ganze Straße entlang bis fast in den Ort hineinsehen.  
     
 
     
Und damit Papi auf seiner Bank wieder ein bisschen Privatsphäre hat, soll demnächst eine 2 m hohe Mauer vor dem Haus errichtet werden, mit Stacheldraht oben drauf. Das wäre ganz nach Papa Michas Geschmack. Aber nur über meine Leiche!

Deine Lisa

 
     
 
     
01.09.2020    
     
Liebes Tagebuch,

wie froh Kai-Uwe war, als wir vorgestern nach stundenlanger Abwesenheit endlich wieder von Tante Erika und Onkel Reinhard nach Hause kamen, das erfuhren wir gestern bei der Morgenrunde.

 
     
 
     
Kai-Uwe nimmt nämlich seine Aufgabe als Bewacher unseres Hauses sehr ernst und gerade an dem Tag haben sich wohl allerhand finstere Gestalten in der Gegend herumgetrieben.  
     
 
     
Nach der Schule kam Saskia zu uns, um voller Elan ihre Hausaufgaben zu erledigen und hätte unsere einäugige Stubenfliege Tamara nicht wieder alles vorgesagt, hätte das Kind richtig was lernen können!  
     
 
     
Papa Micha hat in der Zwischenzeit im Garten geschuftet und alles, was grünt und blüht, unter unserem neuen Terrassendach platziert, als würden heute die Reporter von „Heim & Garten“ bei uns in der Tür stehen!  
     
 
     
Hätten Saskia und ich uns nicht rechtzeitig ums Abendessen gekümmert, dann wären wir wohl alle hungrig ins Bett gegangen. Zum Glück ist das Kochen zu zweit aber in unserer Großraum-Wohnküche kein Problem!  
     
 
     
Ich bin noch so müde, aber es nützt nix. Ich muss gleich Papi helfen, denn wir erwarten lieben Besuch zum Frühstück und du kennst ja Papi, wenn sich der Tisch nicht durchbiegt, dann hat er nicht genug angeboten!  
     
 
     
Allerdings hat unser Besuch ein wenig Pech, denn ich habe beschlossen, ab heute müssen alle Besucher Eintritt zahlen! So ein neues Terrassendach ist nun mal nicht billig und auch die finanziellen Mittel einer Prinzessin sind nicht unerschöpflich!

Deine Lisa

 
     
 
     
31.08.2020    
     
Liebes Tagebuch,

wir kommen im Augenblick einfach nicht aus dem Stress heraus! Kaum steht endlich unsere neue Terrassenüberdachung, da ging es gestern zu Tante Erika und Onkel Reinhard nach Stuhr hinter Bremen.

 
     
 
     
Bei unserem letzten Besuch war Papa Micha die weite Strecke mit dem Motorrad gefahren und wir mit dem Auto. Das war allerdings seinem Fiffi nicht so gut bekommen.  
     
 
     
Dafür habe ich ihm dann aber erlaubt, mit dem Lisa-Mobil zu fahren und man merkte Papa Micha auch sofort an, wie stolz er war, mal mit einem vernünftigen Auto fahren zu dürfen.  
     
 
     
Man merkte aber schon, dass Papa Micha mit einem so hochtechnisierten Fahrzeug auf seine alten Tage ein wenig überfordert ist und als er dann Tante Erika zeigte, wie wenig Abstand er auf der Autobahn gehalten hatte, war diese ziemlich besorgt.  
     
 
     
Onkel Reinhard schien es nicht sonderlich zu interessieren, dass Papa Micha mit 260 Sachen mit uns über die Autobahn gebrettert war. Doch dann bemerkte ich, er hatte nur vergessen, seine Hörgeräte einzusetzen.  
     
 
     
Es dauerte aber nicht lange und Tante Erika und Papa Micha hatten dann wieder ihr Lieblingsthema beim Wickel: Faltencremes! Da sind die Zwei die absoluten Experten!  
     
 
     
Das war wieder ein richtig schöner Nachmittag mit unseren Freunden und wir freuen uns schon jetzt auf den Gegenbesuch. Da erfahren wir dann sicher auch, wo es „Hormocenta“ gerade im Angebot gibt. Papa Micha kann es kaum erwarten!

Deine Lisa

 
     
 
     
30.08.2020    
     
Liebes Tagebuch,

bei unserer Morgenrunde gestern beschlossen Peggy und ich, unseren Papi ausnahmsweise allein zum Hundeplatz zu schicken. Wir mussten dringend die weiteren Baumaßnahmen an unserem neuen Vordach überwachen.

 
     
 
     
Mein fachkundiges Auge hatte nämlich schon am Vorabend festgestellt, dass unsere beiden Pappenheimer etwas falsch zusammengebaut hatten und als Onkel Jörg mittags erschien, musste er mir zähneknirschend Recht geben.  
     
 
     
Es blieb unseren Spezialisten also nichts anderes übrig, als die ganze Überdachung wieder auseinander zu bauen. Überrascht hat uns das allerdings nicht. Onkel Jörg und Papa Micha haben schon öfter zusammen rumgewerkelt. Wir kennen das schon.  
     
 
     
Früher war uns so etwas den Nachbarhunden gegenüber immer ziemlich peinlich und wir haben uns geschämt. Aber jetzt sagen Peggy und ich nur noch zu denen, sie sollen es erstmal besser machen!  
     
 
     
Damit uns unsere Schwerstarbeiter aber nicht plötzlich vor Entkräftung umkippen, habe ich für uns alle gekocht. Ich gebe allerdings zu, ich habe mich, was den Appetit der Beiden Helden angeht, etwas verschätzt. Ich bin da wohl eher von meinen Bedürfnissen ausgegangen.  
     
 
     
Und was soll ich sagen! Mein Verzicht auf die Teilnahme am Training hat sich gelohnt! Nachdem ich die Ansage übernommen hatte, lief der Aufbau wie geschmiert und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!  
     
 
     
Das nächste Projekt steht auch bereits fest: ein zusätzliches Fenster im Wohnzimmer. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das Papa Micha möglichst schonend beibringen soll!

Deine Lisa

 
     
 
     
29.08.2020    
     
Liebes Tagebuch,

große Dinge werfen ihre Schatten voraus!

 
     
 
     
 
     
Ich berichte morgen in Ruhe!

Deine Lisa

 
     
 
     
28.08.2020    
     
Liebes Tagebuch,

es gibt sie doch noch, die guten Menschen auf dieser Welt! Nachdem sie erfahren hatten, dass wir hier so schmählich allein gelassen wurden, vergewisserten sich Tante Iris und Onkel Peter gestern, ob wir vielleicht schon verhungert sind!

 
     
 
     
Tante Tanja dagegen war bereits morgens mit den Nerven am Ende. Sie war noch nicht mit dem Decken des Frühstückstisches fertig, da hatte Papa Micha bereits sämtliche Brötchen verputzt.  
     
 
     
Kaum war Papa Micha gegen Mittag wieder abgereist, da musste Tante Tanja erstmal einkaufen. Aus Küche und Speisekammer kamen ihr nämlich bereits die Mäuse mit verheulten Augen entgegen.  
     
 
     
Am Nachmittag, wir warteten eigentlich auf Papa Michas Rückkehr, erreichte uns dann ein Notruf. Saskia hatte bereits an ihrem ersten Tag auf dem Gymnasium jede Menge Schulaufgaben aufbekommen.  
     
 
     
Es ging um Bruchrechnung. Ein völlig neues Thema für die Kleine und wie lässt sich Bruchrechnung mit Halben und Vierteln und Achteln besser erklären, als an einer Pizza. Papi hat auch gleich eine bestellt, aus rein pädagogischen Gründen, natürlich!  
     
 
     
Jetzt machen wir uns allerdings ein wenig Sorgen um Papa Micha! Kaum war er nämlich ein paar Tage im Schoße von Mama und Papa, da fängt er hier zuhause an, wieder mit Baggermatsch zu spielen!  
     
 
     
Das wird ihm aber bald wieder vergehen, verlass dich drauf! Sein Urlaub fängt ja gerade erst an und ich habe eine ziemlich lange Liste, was alles dringend erledigt werden muss. Mau Mau hat er jetzt lange genug gespielt!

Deine Lisa

 
     
 
 
   
 
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