Prinzessin des Vereins und zertifizierter Begleithund
   
(c) by Wolfgang Goltz  
   
     
01.04.2020    
     
Liebes Tagebuch,

die gute Nachricht wieder zuerst: weil Papa Micha an seinem Arbeitsplatz derart viel Panik wegen Corona verbreitet hat, wurde an der Information im Krankenhaus jetzt auch endlich eine Plexiglasscheibe aufgebaut.

 
     
 
     
Unser Tag begann gestern bei eisiger Luft und herrlichem Sonnenschein. Danach folgte der inzwischen obligatorische Ablauf: Brötchen holen und frühstücken. Darauf freuen wir uns jetzt schon immer beim Aufstehen.  
     
 
     
Papi und Saskia hatten sich vorgenommen, gemeinsam einen Kuchen zu backen. Das musste aber noch bis zum frühen Nachmittag warten, denn vor der Kür stand erstmal die Pflicht! Gestern waren Deutsch und Geschichte dran!  
     
 
     
Bevor es jedoch mit dem Kuchen losging, sind wir erstmal gemeinsam zu Famila gefahren. Dort wurden nicht nur die Backzutaten gekauft, sondern vor allem eine Backform, die in unsere Heißluftfriteuse passt, denn auf einen Backofen haben wir zu Gunsten der Spülmaschine in unserer Großraum-Wohnküche verzichtet.  
     
 
     
Beim Umrechnen der Zutaten für die kleine Backform konnte Papi dann gleich noch seine pädagogischen Fähigkeiten bezüglich Mathematik einsetzen und Saskia machte ihre Sache auch richtig toll, rechnen und rühren, das kann sie!  
     
 
     
Der Kuchen sah wirklich großartig aus. Probieren mussten aber erstmal Papa Micha und der Papa von Saskia und nachdem bei den Beiden keinerlei Anzeichen von Übelkeit und Magenkrämpfen auftraten, haben sich auch Papi und unsere junge Freundin getraut.  
     
 
     
Der Kuchen schmeckte einfach toll und ich war mir sofort sicher, das wird nicht der letzte Kuchen gewesen sein, den Papi und Saskia zusammen gebacken haben! Heute soll es einen Marmorkuchen geben, statt des Kakaos wird jedoch frischer Pansen mitgebacken. Peggy und ich können es kaum erwarten!

Deine Lisa

 
     
 
     
31.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

trotz des heftigen Schneefalls gestern in der Frühe, haben wir frische Brötchen geholt, denn unsere Freundin Saskia ist ja diese Woche wieder bei uns und für Saskia ist uns keine Mühe zu viel!

 
     
 
     
Nach dem Frühstück wurde dann ordentlich für die Schule geübt. Papis Leitmotiv „nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ hat die junge Dame jetzt sicherlich ganz und gar verinnerlicht.  
     
 
     
Papi und Saskia hatten so viel Spaß beim Lernen, dass wir Hunde zwischendurch eine Pause für einen Spaziergang einfordern mussten. Dabei ist Papi sonst eigentlich der Großmeister im Pausemachen!  
     
 
     
Saskia versteht es inzwischen so gut, mit uns Hunden umzugehen, dass sogar Bommel hinterherkam, weil er mit uns spielen wollte. Tante Annemie traute ihren Augen kaum.  
     
 
     
Und sogar unser Pepe, der sonst panische Angst vor Kindern hat, scheint offenbar seine Scheu zu verlieren. Gestern war er trotz Saskias Anwesenheit sehr entspannt.  
     
 
     
Und auch gestern gehörte die gemeinsame Zubereitung des Abendessens zum Programm. Kai-Uwe hat dann abgeschmeckt und Peggy und ich haben aufgepasst, dass das Kind sich beim Braten nicht verbrennt.  
     
 
     
Das Programm für heute steht auch bereits fest: am Vormittag wird wieder fleißig für die Schule geübt und am Nachmittag wollen Papi und unsere Freundin einen Kuchen backen. Wir sind schon alle sehr gespannt!

Deine Lisa

 
     
 
     
30.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

der Tag fing gestern gut an. Wie vorhergesagt begann es am frühen Morgen zu schneien. Das hat Papi aber natürlich nicht davon abgehalten, für uns alle todesmutig frische Brötchen zu holen!

 
     
 
     
Und weil Papa Micha und Peggy Angst vor Erfrierungen hatten (diese Weich-Eier), habe ich dann die Morgenrunde alleine unternommen! Das war sogar mal richtig schön, ohne die anstrengende Peggy!  
     
 
     
Dabei liebt Papa Micha normalerweise Schnee. Als früh morgens die ersten Flocken fielen, da stürmte er sofort nach draußen, um das Ganze auf Video festzuhalten.  
     
 
     
Was bleib uns anderes, als es uns drinnen gemütlich zu machen! Peggy wollte nachmittags gerne eine DVD gucken, aber dazu hatte Papa Micha absolut keine Lust!  
     
 
     
Er war der Meinung, wir sollten die Zeit lieber nutzen und uns ein wenig im Internet informieren und weiterbilden, statt uns von irgendwelchen Filmen berieseln zu lassen!  
     
 
     
Peggy hat sich dann ein Buch geschnappt und Kai-Uwe hat ein Schläfchen gehalten. Dem war es nämlich draußen auch zu kalt!  
     
 
     
Aber jetzt müssen wir uns beeilen, denn gleich kommt wieder unsere Freundin Saskia zu uns und Papi hat bereits ein volles Programm entworfen für heute. Ich werde berichten!

Deine Lisa

 
     
 
     
29.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

Peggy geht mir langsam aber sicher auf den Keks. Neuerdings riecht es angeblich überall bei uns in der Gegend nach Corona! Das glaubt sie jedenfalls!

 
     
 
     
Mal ehrlich! Glaubst du, dass man mit so einem hysterischen Familienmitglied bei sich mal in Ruhe sein Geschäft machen kann? Ich kann es jedenfalls nicht!  
     
 
     
Aber als Prinzessin unseres Hundevereins erhalte ich inzwischen sogar zahlreiche besorgte Anfragen von Hunden aus dem Verein und sogar aus der Umgebung. Sie verstehen gerade die Welt nicht mehr!  
     
 
     
Einzig Papa Micha hat für das Virus im Augenblick den Kopf gar nicht frei. Er hat gerade seinen neuen Fiffi bekommen und bürstet, föhnt und stylt mal wieder, was das Zeug hält! Jetzt haben sie sogar ein paar graue Haare eingearbeitet! Das war ja auch affig, so ein alter Knacker und kein einziges graues Haar!  
     
 
     
Als wir gestern von unserer Nachmittagsrunde zurückkamen, da berichtete Rocko, dass gerade jemand vom ärztlichen Dienst des diplomatischen Corps dagewesen wäre und ein nagelneues Medikament gegen Corona gebracht hat.  
     
 
     
Mitglieder des Hochadels bekommen das natürlich zuerst. Weil ich aber bei sowas immer sehr skeptisch bin, habe ich eine der Pillen lieber Pepe zum Probieren gegeben. Doch irgendwie habe ich den Eindruck, das ist noch nicht ganz das richtige Gegenmittel!  
     
 
     
Endlich Sonntag! Ich bin ja mal gespannt, ob wirklich noch Schnee fällt, wie angekündigt! Das kann uns aber nicht kratzen, denn wir verlassen das Haus ja eh kaum. Wir sind in diesen Zeiten nämlich vorbildlich!

Deine Lisa

 
     
 
     
28.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

da nimmt man eine gute Freundin bei sich in Quarantäne auf und dann telefoniert sie jeden Tag stundenlang mit ihrem Premierminister in England, dass bei uns die Leitung glüht! Hat man Worte?

 
     
 
     
Bei unserer Morgenrunde haben Peggy und ich gestern lange diskutiert, wie wir unsere Telefonrechnung wenigstens einigermaßen im Griff behalten können, aber Peggy meinte, wir können Elisabeth ja nicht zwingen, Brieftauben zu schicken!  
     
 
     
Onkel Marco, der uns gestern einen kurzen Besuch abstattete, brachte es dann auf den Punkt! Wenn die Rechnung zu hoch wird, muss Lisbeth eben ein paar ihrer Kronjuwelen verpfänden! Nützt ja nix!  
     
 
     
Eigentlich hatte uns Onkel Marco ein paar köstliche Lamm-Ohren vorbeigebracht. Als Lisbeth die jedoch sah, da strahlten ihre Augen! In England sind diese Ohren nämlich eine Delikatesse, mit einer leichten Minzsoße im Reisrand!  
     
 
     
Meinetwegen! Die kleinen Dinger waren sowieso für Peggy gedacht! Auf meine großen und delikaten Kuh-Ohren hatte meine englische Freundin zum Glück keinen großen Appetit!  
     
 
     
Bei unserer Nachmittagsrunde hatte ich dann plötzlich die Idee! Tante Annemie sucht doch immer jemanden, der mit ihr kniffelt! Da werde ich ihr heute unseren Gast einfach mal vorbeischicken! Dann kann ich auch endlich mal wieder telefonieren!  
     
 
     
Jetzt hätte ich bei dem ganzen Theater heute tatsächlich beinahe mal nicht an diesen doofen Corona-Virus gedacht. Bis Papa Micha vorhin seinen neuen Wahlspruch im Bad aufgehängt hat!  
     
 
     
Wie lange Elisabeth bleiben will, weiß ich gar nicht. Aber das passt ganz gut, ich wollte kommende Woche sowieso Englisch üben mit Saskia. Das kann meine Freundin dann ja übernehmen. Wir müssen eben alle das beste draus machen im Moment!

Deine Lisa

 
     
 
     
27.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

so ein Tratschbüddel! Bommel hatte gestern Nachmittag nicht Eiligeres zu tun, als mir brühwarm zu berichten, dass Tante Annemie mittags die Bratkartoffeln angebrannt waren! Meine Güte, das kann doch jedem mal passieren!

 
     
 
     
Das Wetter war traumhaft und wir hätten noch stundenlang durch den Wald marschieren können, aber wir mussten uns beeilen, denn Papi musste noch dringend ein paar Lebensmittel einkaufen.  
     
 
     
Papi will zwar möglichst den Gang zum Supermarkt vermeiden im Moment, aber Papa Micha hatte am Abend vorher die Hälfte aller Waren, die er mitbringen sollte, nicht gefunden und die andere Hälfte hatte er vergessen! Die Verkäuferin brachte gestern übrigens gerade den Hinweis auf die neuen Einkaufswagen an, als Papi ankam.  
     
 
     
Damit die Hamsterer mit ihren 2 oder gar 3 Einkaufswagen nicht den ganzen Supermarkt verstopfen, hat Penny nämlich jetzt spezielle Einkaufswagen angeschafft. Das geht an der Kasse auch gleich viel zügiger. Papa Micha wird begeistert sein!  
     
 
     
Als ich dann aber Papi beim Ausräumen des Autos helfen wollte, da musste ich feststellen, dass Papi sich hat anstecken lassen und jetzt offenbar auch anfängt zu hamstern. Meine Standpauke hättest du hören sollen!  
     
 
     
Doch am späten Nachmittag kam dann auch noch eine gute Nachricht: Weil ihr Papa nächste Woche erstmal wieder in die Firma muss, wird Saskia wieder zu uns kommen. Wir freuen uns schon sehr!  
     
 
     
Aber jetzt müssen wir uns beeilen! Morgenspaziergang, Mittagsschlaf, Nachmittagsrunde, Wochenendeinkauf ... unser Zeitplan ist mal wieder eng gesteckt heute. Ich weiß gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen!

Deine Lisa

 
     
 
     
26.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

mich traf fast der Schlag, als ich gestern hörte, dass Prinz Charles mit dem Corona-Virus infiziert ist! Fürst Albert von Monaco auch! Nur Camilla ist gesund. Da trauen sich selbst die Viren nicht ran!

 
     
 
     
Wenn das so weitergeht, dann hängt der Fortbestand des europäischen Hochadels nur noch von mir ab! Wer bleibt denn sonst noch?  
     
 
     
Papi hatte gestern trotz Corona Besuch. Es handelte sich aber nicht um einen aus der Geriatrie Entflohenen, wie man anhand der Fotos vielleicht meinen könnte, sondern um seinen Bruder, der dringend einen Haarschnitt brauchte.  
     
 
     
Die Friseure haben im Moment ja alle geschlossen! Da hilft Papi natürlich gern und jetzt sieht Papis Bruder auch wieder manierlich aus. Die moderne Frisur passt auch viel besser zu seiner sündhaft teuren Gucci-Tasche, findest du nicht auch?  
     
 
     
Papi und Pepe waren sich gestern jedenfalls einig, dass wir alle noch besser auf uns aufpassen müssen und dass wir in diesen schweren Zeiten ganz fest zusammenhalten müssen!  
     
 
     
Um meine Freundin Lisbeth musst du dir übrigens keine Sorgen machen! Die ist im Moment hier bei uns in Quarantäne. Aber bitte nicht weitersagen! Der Presse wurde gesagt, sie ist auf ihrem Landsitz!  
     
 
     
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich kann das Thema „Corona“ langsam nicht mehr hören! Hoffentlich haben wir das alles bald überstanden!

Deine Lisa

 
     
 
     
25.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

obwohl es wieder bitterkalt war, begann der gestrige Tag mit herrlichem Sonnenschein. Peggy und ich haben die wunderbare Luft bei unserer Morgenrunde sehr genossen.

 
     
 
     
Aber es sollte noch besser kommen! Unsere Freundin Saskia hatte offenbar genauso viel Sehnsucht nach uns, wie wir nach ihr. Denn bereits kurze Zeit später stand sie mit frischen Brötchen bei uns in der Tür. Auf Körperkontakt wurde natürlich verzichtet!  
     
 
     
Kaum hatten wir unseren Mittagsschlaf beendet, da hatte Tante Conny von gegenüber wichtige Neuigkeiten für uns! Völlig aufgelöst teilte sie uns mit, dass in ganz Schneverdingen das Klopapier ausverkauft ist.  
     
 
     
Bevor ich jedoch den nationalen Notstand ausrief, habe ich meine Beziehungen nach Washington spielen lassen und dort reaktivierte man auch sofort die ehemaligen Rosinenbomber! Als Mitglied des Hochadels hat man halt so seine Verbindungen!  
     
 
     
Der Dank der Nachbarschaft war mir dann auch gewiss! Tante Annemie sprach mir ihren ganz besonderen Dank aus. Sie hatte nämlich morgens gerade ihre letzte Rolle angebrochen!  
     
 
     
Dass die Corona-Krise aber auch die Gelegenheit für uns Vierbeiner ist, uns für gutgemeinte medizinische Hilfe durch die Zweibeiner zu revanchieren, darauf brachte mich gestern ein Bekannter bei Facebook!  
     
 
     
Heute ist schon wieder Mittwoch! Kinder, Kinder, die Zeit rast nur so. Und da beklagen sich die Leute, sie hätten Langeweile. Langeweile ... was ist das?

Deine Lisa

 
     
 
     
24.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

du hast es vermutlich schon gehört: gleich nach ihrer Ansprache am Sonntag im Fernsehen hat sich die Kanzlerin in Quarantäne begeben. Ich hoffe nur, sie wird mit dem Nötigsten versorgt. Nicht, dass sie wieder bei mir anruft!

 
     
 
     
Dabei verstehe ich wirklich nicht, was die Leute mit dem ganzen Klopapier wollen! Ich fürchte, das gibt eine große Überraschung, wenn in ein paar Hundert Jahren irgendjemand unsere Gebeine ausbuddelt!  
     
 
     
Ich fürchte nur, dass bereits zu Ostern die ersten Knallköppe versuchen werden, die gehorteten Rollen wieder loszuwerden! Ade, ihr geliebten Ostereier!  
     
 
     
Gestern waren wir nach einer wirklich schönen Woche mit Saskia wieder allein. Das war wirklich eine Umstellung, aber Papi hatte ein lustiges Spiel zur Ablenkung für uns besorgt.  
     
     
 
     
     
Es muss ein ungewohntes Bild gewesen sein, wir ohne unsere junge Freundin, denn alle Nachbarn, die wir gestern trafen, fragten, wo Saskia denn steckt! Ich glaube, wir müssen das Mädel wohl doch adoptieren!  
     
 
     
Denn wenn sogar unser Papagei ganz traurig aus der Wäsche guckt, weil er die permanente Versorgung mit Erdnüssen durch die junge Dame vermisst, dann hat das wirklich etwas zu bedeuten!  
     
 
     
Menschen und Hunde sind echte Gewohnheitstiere! Ich bin gespannt, ob wir Saskia heute schon etwas weniger vermissen! Ich werde natürlich berichten!

Deine Lisa

 
     
 
     
23.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

es war wirklich bitterkalt gestern am frühen Morgen! Aber trotzdem hat Papi wie versprochen frische Brötchen vom Bäcker geholt, während Papa Micha mit Peggy und mir den Morgenspaziergang unternommen hat.

 
     
 
     
Übrigens: Papa Micha hat sich nun endlich einen professionellen Tacker gekauft. Dazu hatte ich ihn verdonnert, denn die doofen doppelseitigen Klebestreifen für seinen Fiffi wurden auf Dauer einfach zu teuer!  
     
 
     
Wir hatten zwar den ganzen Tag traumhaften Sonnenschein und Papi hätte gerne ein Stündchen auf seiner neuen Bank gesessen, aber dafür war es den ganzen Tag leider viel zu kalt!  
     
 
     
Mittags wurde ich dann noch richtig sauer! Peggy und ich hatten uns letzte Woche den Küchendienst geteilt und stell dir vor, Rocko hatte gestern nichts Eiligeres zu tun, als nachzusehen, ob wir auch in den Ecken saubergemacht haben!  
     
 
     
Am frühen Abend wurde dann die Ansprache der Kanzlerin ausgestrahlt, das war natürlich eine Aufzeichnung und ich wusste bereits, was kommt. Ab sofort dürfen nur noch 2 Personen draußen unterwegs sein. Dabei hatte ich noch versucht, ihr das auszureden.  
     
 
     
Das ist zwar ärgerlich, aber es nützt ja nichts! Dann muss Papa Micha eben im Auto bleiben, wenn Papi wieder mit seiner Freundin Saskia zum Einkaufen fährt!  
     
 
     
Dann wollen wir mal sehen, was die neue Woche so bringt. Zum Glück wissen wir uns gut zu beschäftigen. Langweilig wird uns ganz gewiss nicht!

Deine Lisa

 
     
 
     
22.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

das war vielleicht ein Tag gestern! Das ging morgens bei unserem Wochenendeinkauf schon los. Papa Micha wollte Klopapier kaufen, aber das war gar nicht so einfach!

 
     
 
     
Und damit er den anderen Kunden nicht wieder so dicht auf den Pelz rückt, hatte der Marktleiter noch schnell Markierungen vor der Kasse angebracht, als er Papa Micha sah.  
     
 
     
Die Abschirmung vor den Kassiererinnen sollten sie allerdings auch nach Corona dran lassen. Die sind fast alle so unattraktiv, da ist dieser Sichtschutz für die Kunden nur von Vorteil!  
     
 
     
Endlich sind die Kunststoff-Laschen eingetroffen, die das Austreten von Wasser unter unseren Duschtüren verhindern sollen. Die hatten wir vorgestern schon mit Saskia zusammen abgeholt und Papa Micha wollte sie gestern anbauen.  
     
 
     
Normalerweise werden die Teile nur zurechtgeschnitten und aufgesteckt. Fertig! Nicht so jedoch bei Papa Micha! Er war den ganzen Nachmittag damit beschäftigt.  
     
 
     
Hätten wir gewusst, dass er anschließend noch auf der Trommel üben will, hätte das Ganze aber gerne noch länger dauern können! Nur Kai-Uwe war irgendwie fasziniert!  
     
 
     
Die Ohren von Peggy und mir sind aber schon geschunden genug und deshalb haben wir uns heimlich zu unserer Nachmittagsrunde verpieselt. Den Weg kennen wir ja inzwischen gut genug!  
     
 
     
Eigentlich haben wir gestern Aufbackbrötchen gekauft, damit wir heute nicht losmüssen. Nachdem wir aber bei Facebook den ergreifenden Aufruf eines Bäckers gesehen haben, der gerade um seine Existenz fürchtet, haben wir beschlossen, wir fahren gleich los! Damit haben wir auch gleich unsere gute Tat für heute erledigt und die Aufback-Teile frieren wir ein!

Deine Lisa

 
     
 
     
21.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

es waren schlimme Zeiten damals, als die kleine Tröte mit ihrer Familie vor vielen vielen Jahren irgendwo tief in den Wäldern der Lüneburger Heide lebte, denn im ganzen Land war die Beulenpest ausgebrochen und auch die wunderwunderschöne Prinzessin und Kai-Uwe lagen mit Fieber darnieder.

 
     
 
     
Tröte ging es zum Glück gut, aber sie machte sich große Sorgen um ihre Familie und deshalb hatte sie die junge Krankenschwester Heidemarie engagiert, die sich mit großem Eifer um alles kümmerte.  
     
 
     
Heidemarie achtete nicht nur bei den wichtigen Spaziergängen an der frischen Luft auf Trötes Familie, sie kochte auch für alle mit viel Liebe und noch mehr Knoblauch in der geräumigen Schlossküche.  
     
 
     
Und auch die Fahrten mit der Kutsche zur Apotheke, um die dringend benötigten Medikamente für die wunderwunderschöne Prinzessin zu besorgen, unternahm die fleißige Heidemarie mit großer Hingabe.  
     
 
     
Besonders die älteren und schwächeren Menschen hatten es schwer in jenen Tagen, wie zum Beispiel Gräfin Annemie. Doch auch diesen armen Mitbürgern half Heidemarie, indem sie sie mit der notwendigen Nahrung versorgte.  
     
 
     
Einzig bei Zwergnase, dem Papa von Tröte, stieß die gute Heidemarie an ihre Grenzen. Bei ihm waren die Symptome der Beulenpest und der nahenden geistigen Verwirrung bereits so ausgeprägt, dass auch Heidemarie keinen Rat wusste.  
     
 
     
Und ob es für Zwergnase noch Heilung gab und wie es weiterging im ganzen Lande, davon berichte ich dann beim nächsten Mal.

Deine Lisa

 
     
 
     
20.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

ich bin so froh! Meinem Rex geht es schon wieder viel besser! Als Tante Gaby (mit y) diese Tage mit ihm die Straße überquerte, da wurden die Zwei von einem LKW gestreift. An Tante Gaby prallte das Auto ab, aber Rex hatte es erwischt.

 
     
 
     
Saskia hatte bei uns geschlafen und deshalb konnten wir auch gestern wieder pünktlich zu unserer Morgenrunde aufbrechen. Es war wieder schön zu sehen, wie konzentriert das Mädel unterwegs auf uns Hunde achtet!  
     
 
     
Natürlich hatten wir auch alle die Rede der Kanzlerin gesehen und ich schlug vor, die Aussage, dass die Versorgung der Bevölkerung gesichert ist, auf die Probe zu stellen. Saskia war begeistert und wir begannen gleich morgens bei Penny.  
     
 
     
Brot, Butter und Hundefutter waren ausreichend vorhanden und deshalb fuhren wir anschließend zum Schlachter. Auch dort bekam Saskia die beiden Würstchen für Peggy und mich völlig problemlos.  
     
 
     
Die Auslage beim Bäcker, den wir im Anschluss testeten, war zwar nicht ganz so voll, wie sonst. Aber trotzdem war noch reichlich Auswahl vorhanden. Peggy und mir lief das Wasser im Maul zusammen!  
     
 
     
Wir waren mit den Ergebnissen unseres kleinen Tests sehr zufrieden, die Kanzlerin hat nicht gelogen und Tante Annemie zeigte uns dann bei der Nachmittagsrunde auch noch gleich, wie man es möglichst nicht machen soll. Man soll nämlich Berührungen der Hände im Gesicht vermeiden.  
     
 
     
Doch dann folgte der Schock! Hat doch die Stadt unseren Spielplatz bis auf weiteres gesperrt! Hat man Worte und das, ohne mich zu fragen!  
     
 
     
Ich habe natürlich sofort bei der Bürgermeisterin angerufen und die hat mir versichert, mir diese Tage noch eine Ausnahmebescheinigung zu schicken. Das wollte ich aber auch gemeint haben!

Deine Lisa

 
     
 
     
19.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

unsere Freundin Saskia hatte nicht vergessen, was für ein Tag gestern war. Vor genau einem Jahr hatte uns unser geliebter Arco verlassen und Saskia hat ihm einen rührenden Brief geschrieben.

 
     
 
     
Unsere Papis waren sichtlich berührt und natürlich wurde dieser wunderbare Brief zu den Blumen auf Arcos Grab gelegt. Arco hätte bestimmt seine Freude gehabt!  
     
 
     
Kai-Uwe gab sich dann zwar besonders große Mühe bei unserem Morgenspaziergang, aber ein richtiger Ersatz für unseren geliebten Stöpsel ist er natürlich nicht. Er fehlt uns immer noch ganz schrecklich.  
     
 
     
Gleich nach dem Frühstück haben sich Saskia und Papi dann daran gemacht, das Suppengemüse für das Hühnerfrikassee zu putzen, das Saskia sich gewünscht hatte.  
     
 
     
Nachmittags schaute dann Papis Kumpel Onkel Dirk auf einen Kaffee bei uns herein. Wir hatten aber das Gefühl, er hat Corona im fortgeschrittenen Stadium und haben ihn deshalb schnell wieder weggeschickt.  
     
 
     
Das Hühnerfrikassee, das Saskia übrigens überwiegend nach Papis Anleitung selbst gekocht hatte, war dann auch wirklich ein Gedicht!  
     
 
     
Papi hat bereits angekündigt, wenn Saskia weiterhin so hilfsbereit ist und Papi so großartig unterstützt, dann ist es fraglich, ob er die junge Dame auch nach Corona überhaupt wieder nach Hause lässt! Wer hätte das gedacht?

Deine Lisa

 
     
 
     
18.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

die gute Nachricht wieder zuerst: mein Freund Willem-Alexander hat wegen der Corona-Krise seine offizielle Geburtstagsfeier abgesagt. Was bin ich froh! Im letzten Jahr saß ich direkt neben Maxima und die hatte ihr neues Gouda-Parfüm aufgelegt!

 
     
 
     
Die schlechte Nachricht: Papa Micha erzählt jetzt überall, er hat definitiv Corona! Gestern am frühen Morgen stellte er nämlich fest, dass seine Personenwaage auch so heißt. Typisch Papa Micha!  
     
 
     
Bei unserer Morgenrunde warteten wir gestern ungeduldig auf unsere junge Freundin, aber Saskia war superpünktlich! So fing der Tag wieder richtig toll an.  
     
 
     
Danach haben wir wieder Brötchen geholt, aber bevor das Frühstück begann, haben wir Tante Annemie auch ein Brötchen an die Tür gehängt. Irgendjemand muss sich ja in diesen Krisenzeiten um die älteren Mitbürger kümmern!  
     
 
     
Du darfst jetzt aber nicht denken, dass Saskia nur zu uns kommt, um sich von uns bespaßen zu lassen! Sie ist Papi auch eine ganz große Hilfe im Haushalt und hilft, wo sie nur kann!  
     
 
     
Und zum Dank übt Papi jeden Tag ein wenig für die Schule mit der kleinen Maus. Gerade in Englisch tun sich da nämlich gerade Abgründe auf. Da hat Papi noch einiges zu tun!  
     
 
     
Natürlich darf so ein privater Unterricht nicht zu langweilig und zu trocken ausfallen. Aber du kennst ja Papi! Dem fällt immer was ein und meistens hat das dann mit „Futtern“ zu tun!  
     
 
     
Auch der gestrige Tag ist wieder wie im Fluge vergangen und wir freuen uns schon auf heute. Das wird bestimmt auch wieder richtig schön!

Deine Lisa

 
     
 
     
17.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

wegen der ganzen Corona-Krise hat unsere Freundin Saskia gestern den Tag bei uns verbracht. Gleich morgens haben wir unsere Runde zusammen erledigt. Tante Iris war mit ihren Hunden auch gerade unterwegs und Ronja dachte wohl, Kai-Uwe gibt’s gratis zum Frühstück!

 
     
 
     
Der habe ich vielleicht meine Meinung gesagt! Danach haben wir Brötchen geholt und dabei fällt dann auch immer ein kleines Käsebrötchen für uns arme und halb verhungerte Hunde ab.  
     
 
     
Anschließend haben wir noch schnell eingekauft, denn wenigstens die junge Dame soll ja nicht hungern müssen bei uns. Wie gut, dass unser Gourmet-Temple Penny noch nicht geschlossen wurde.  
     
 
     
Und weil Papi ein verantwortungsvoller Mensch ist, wurden dann zwischendurch immer wieder gründlich die Hände gewaschen. Manchmal hat es auch Vorteile, ein Hund zu sein!  
     
 
     
Nach einem herrlichen Mittagsschlaf ging es dann auf zu unserer Nachmittagsrunde und die dauerte sogar etwas länger. Saskia traf nämlich auf unsere bezaubernden Nachbarinnen und wenn Zweibeiner-Frauen erstmal ins Ratschen kommen ...  
     
 
     
Der Tag verging wie im Fluge und es wurde langsam Zeit für das Abendessen. Papi dachte zuerst daran, mit uns zu McDonalds zu fahren, dort sind nämlich gerade Corona-Wochen.  
     
 
     
Aber unsere junge Freundin bestand darauf, für uns zu kochen und das hat sie wieder ganz großartig gemacht! Niemand kocht Miracoli besser, als sie! Ehrenwort!  
     
 
     
Und weil das so ein schöner Tag war, haben wir Onkel Bernd abends versprochen, dass Saskia die ganze Woche zu uns kommen kann. Der freute sich sehr und wir freuen uns auch auf ein paar schöne Tage!

Deine Lisa

 
     
 
     
16.03.2020    
     
Liebes Tagebuch,

ich bin stinksauer! Wie ein geprügelter Hund kam ich mir gestern vor, denn Papi wollte mich nicht mit zum Essen von unserer Kohltour 2020 mitnehmen. Er fürchtete wohl, ich könne eine Wurst vom Tisch klauen!

 
     
 
     
Eigentlich sind ja alle gemeinsamen Unternehmungen im Verein erstmal abgeblasen, aber das Essen war bereits bestellt und deshalb fand die Tour gestern trotz Corona-Gefahr statt. Aber den Fußmarsch hätten wir ja eh nicht mitgemacht.  
     
 
     
Außerdem hatten unsere Hundeführer und Hundeführerinnen natürlich Vorsorge getroffen und sich unterwegs ständig mit reichlich Medizin vor einer gegenseitigen Ansteckung geschützt!  
     
 
     
Das Essen war dann wohl wieder richtig lecker. Obwohl Papi das gar nicht wichtig ist. Er nimmt immer nur daran teil, um den gemeinschaftlichen Umgang im Verein zu unterstützen ... das behauptet er jedenfalls!  
     
 
     
Als es dann darum ging, einen Nachfolger für unseren Kohlkönig Onkel Jens zu bestimmen, da wäre ich wirklich gern dabei gewesen, denn Papi hatte den Eindruck, dass sich Tante Gabi (die mit i) große Hoffnungen auf den Titel machte.  
     
 
     
Und tatsächlich haben wir in diesem Jahr einen weiblichen Kohlkönig! Der heißt aber nicht Tante Gabi, sondern Tante Ingrid und die hat sich offenbar sehr über ihren Titel gefreut.  
     
 
     
Dass Papi und ich mal unangenehm aufgefallen sind, weil Papi mich im Restaurant mit Kohlwurst gefüttert hat, ist nun wirklich viele Jahre her! Im nächsten Jahr komme ich wieder mit, da kann Papi Purzelbaum schlagen!

Deine Lisa

 
     
 
     
   
 
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